Nur kleine Überraschungen

Historische Mauerreste bei Arbeiten im Stiftsbezirk entdeckt

+
Konnten nach den Funden den Graben weiter ausheben: Baycan Sahin von der Firma Räuber und seine Kollegen. Die Verlegung der Rohre musste jedoch warten.

Bad Hersfeld – Auf historische Mauerreste sind die Bauarbeiter der Firma Räuber in etwa einem Meter Tiefe gestoßen, die die digitale Ertüchtigung des Stiftsbezirks voranbringen.

Das sei durchaus interessant, aber nicht wirklich überraschend, sagen Johannes van Horrick, Leiter der Technischen Verwaltung bei der Stadt, und Archäologe Achim Boie vom Freien Institut für Bauforschung und Dokumentation in Marburg, der die Bauarbeiten im Stift von Anfang an begleitet hat. Die jetzt an der Nordseite der Stiftsruine an drei Stellen entdeckten Überreste aus Sandstein und Kalkmörtel seien durchaus bekannt und entsprechend verzeichnet, liegen aber doch etwas anders als bisher angenommen, heißt es. Sie stammen vermutlich von einem nicht mehr existenten Anbau, auf den es noch andere sichtbare Hinweise gibt.

Aber: „Das sind erstmal alles Mutmaßungen und Interpretationen“, betont Boie, der die Funde fotografiert, vermisst und beschreibt, kurz: dokumentiert. Hinterlegt werden diese Informationen laut van Horrick bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, beim Landesamt für Denkmalpflege/Archäologie sowie in der Denkmalakte der Stadt Bad Hersfeld.

Konnten nach den Funden den Graben weiter ausheben: Baycan Sahin von der Firma Räuber und seine Kollegen. Die Verlegung der Rohre musste jedoch warten.

Neben den Mauerresten des angenommenen Anbaus wurden etwas weiter in Richtung Stiftsruinen-Haupteingang zudem Teile eines rötlichen Pflasters oder eines Unterbaus freigelegt. Auch diese Entdeckung sei aber keine große Überraschung, erklären van Horrick und Boie. Nur ein Schmunzeln haben sie für Tierknochen übrig, die beim Graben zum Vorschein kamen ... Alle ungewöhnlichen Entdeckungen teilen die Bauarbeiter dem Archäologen mit.

Überraschungen könnte es vielleicht noch geben, wenn in einem vierten Bauabschnitt eventuell im Bereich neben dem Staudengarten „gebuddelt“ wird, denn dort sei bisher kaum gegraben worden, so van Horrick.

Mit der Breitbandverkabelung im Stiftsbezirk unter anderem für die Festspiele und den Hessentag war bereits im März 2018 begonnen worden (wir berichteten). Zu Verzögerungen führen die aktuellen Funde vermutlich nicht. Zwar musste die Verlegung von weiteren Rohren für die Dokumentationsarbeiten vorerst ausgesetzt werden, währenddessen konnte der Graben aber bereits weiter ausgebaggert werden. nm

Kommentare