830 000 Euro mehr Zuschuss als Vorgesehen

Hinter verschlossenen Türen: Kulturausschuss diskutiert Festspiel-Finanzen

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Dauer-Diskussion ums Geld: Die Finanzierung der Bad Hersfelder Festspiele (hier eine Szene aus dem Musical „Hair“) ist immer wieder Thema der Stadtpolitik.

Im Ausschuss für Kultur und Bildung stand das Thema Finanzierung der Festspiele erneut auf der Tagesordnung, doch besprochen wurde es diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das, was vor Weihnachten im Haupt- und Finanzausschuss passiert war, das wollten die Bad Hersfelder Stadtverordneten nicht noch einmal erleben. Seinerzeit war die Diskussion über das Defizit der Festspiele völlig aus dem Ruder gelaufen mit peinlichen Vorwürfen und Misstrauensbekundungen gegen Intendant Joern Hinkel und die kaufmännische Leiterin Andrea Jung.

Im Ausschuss für Kultur und Bildung stand das Thema „Finanzierung der Festspiele“ jetzt erneut auf der Tagesordnung, doch besprochen wurde das diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Dabei ging es nicht mehr um den Fehlbetrag des vergangenen Jahres von fast einer halben Million Euro, den die Stadtparlamentarier mittlerweile zähneknirschend als überplanmäßige Ausgabe gebilligt hatten.

Vielmehr stand das Angebot des Intendanten, die Festspiel-Finanzen in Workshops für interessierte Stadtpolitiker aufzudröseln und die Mechanismen des Kulturbetriebs zu erläutern, im Raum. Hatte sich doch in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es in dieser Hinsicht am gegenseitigen Verständnis haperte.

Neuer Anlass für ein Gespräch hinter verschlossenen Türen war jedoch auch die Jahresrechnung 2018, die sich im Entwurf des Haushalts 2020 verborgen hatte: Die Schlussrechnung wies nämlich einen städtischen Zuschuss für die Festspiele von rund 2,2 Millionen Euro aus, 830 000 Euro mehr als eigentlich vorgesehen (unsere Zeitung berichtete). Alleine 600 000 Euro dieses Fehlbetrags waren auf Abschreibungen entfallen.

Diese stehen nach Informationen unserer Zeitung im Zusammenhang mit dem Schauspiel „Das Karlos-Komplott“, das wegen des Rücktritts von Intendant Dieter Wedel trotz bereits begonnenen Vorverkaufs kurzfristig abgesetzt worden war.

Das Defizit war bislang einfach verrechnet worden. Einen Beschluss der Stadtverordneten gab es dazu nicht.

Ein weiterer Punkt war dem Vernehmen nach die personelle Ausstattung des Festspielbetriebs. Hier gibt es wohl Positionen, die als überflüssig angesehen werden.

Erster Stadtrat Gunter Grimm berichtete im Nachhinein von einer „ganz sachlichen Diskussion“ aller Beteiligten und rechtfertigte den Ausschluss der Öffentlichkeit mit dem „Schutz für die Mitarbeiter“.

Das 2018er-Defizit sei von Hinkel und Jung „nachvollziehbar und transparent“ erläutert worden. Neben den Abschreibungen hätten Ausfälle bei den Sponsorengeldern und erhöhte Personalkosten eine Rolle gespielt. Der angebotene Workshop soll bereits im Februar stattfinden. ks

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