Kleine Festspiele im Buchcafé

Hier stehen Kinder im Rampenlicht

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Rotkäppchen wurde gerettet: Fröhlich verabschiedeten sich die Theatersterne vom Publikum im Buchcafé. Das vollständige Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuz oben rechts klicken.

Theatergruppen aus der Region und Profis bieten während der Kleinen Festspiele  Unterhaltsames, Lustiges und Lehrreiches für Kinder und Erwachsene.

Rotkäppchen ist nicht gleich Rotkäppchen. Wenn man denkt, die Geschichte des beliebten Grimm-Märchens ist bekannt und es kann keine Überraschungen geben, dann wurde man bei den Aufführungen während der „Kleinen Festspiele“, der Kinder- und Jugendtheaterwoche im Buchcafé, vom Gegenteil überzeugt.

So spielten zum Beispiel die Kinder der „Theatersterne“ vom Förderverein der Stadt- und Johanneskirchengemeinde ihre eigene, total moderne Fassung mit viel Humor, Musik und Tanz. „Wir denken uns immer neue Geschichten aus“, sagten die beiden Leiterinnen der Theatergruppe vom Johannesberg, Irina Prendel und Marina Doncev.

Mit einer turbulenten Marktszene, in der die Händler ihre Waren anpriesen, begann die Aufführung am Dienstagnachmittag. Plötzlich tanzten alle Polka und sogar Streetdance, bis Rotkäppchen (gespielt von Thadea van de Waarsenburg) mit seiner Mutter erschien und von dem geplanten Besuch der Oma im Wald berichtete. „Rotkäppchen, hör’ auf deine Mutter und pass’ auf“, warnten alle das hübsche Mädchen. Victoria Siegfried spielte den verräterischen Fuchs, Ben Mühlberger den niedlichen Hasen und Adrian Doncev den schelmischen Wolf, der singen konnte. Nicht nur die Darsteller hatten großen Spaß bei ihrer Aufführung. Die Zuschauer wurden von ihrer Fröhlichkeit angesteckt und bekamen viel Gelegenheit zum Lachen. Kurz bevor die Großmutter vom Wolf verschlungen wurde, tanzte diese noch Charleston.

Von Lampenfieber war den jungen Darstellern nichts anzumerken, obwohl vor vier Wochen erst die Proben begonnen hatten. Textsicher und mit viel Ausdruck bewiesen alle zwölf, der Jüngste unter ihnen ist fünf Jahre alt, ihr schauspielerisches Talent.

Um Rotkäppchen ging es auch zusammen mit der „Gestiefelten Katze“ auf der Bühne am Mittwoch in der Märchencomedy des Berliner Figurentheaters „Zitadelle“. Am Donnerstag spielte dieses Theater nochmals in zwei ausverkauften Vorstellungen für Kinder aus Kindertagesstätten.

In diesem Jahr dauerten die „Kleinen Festspiele“ nur drei und nicht fünf Tage. Dies sei auf die Terminverschiebung durch den Hessentag zurückzuführen, weshalb man nun erst nach dem Ende der Großen Festspiele dran sei, erklärte Edgar Steube. Er hat vor 17 Jahren die Theaterwoche der zum Fachbereich Generationen gehörenden Stadtjugendpflege ins Leben gerufen und ist heute noch deren Organisator. Neben Profis wird damit „eigenen“ Nachwuchsgruppen die Möglichkeit gegeben, sich mit Stücken und Ideen zu präsentieren.

„Nächstes Jahr wird es wieder die volle Spielplanlänge geben“, sagte Steube zu. Den Spielplan in diesem Jahr bereicherten noch die Aufführungen des Buchfink-Theaters aus Göttingen mit einer Impro-Show „Ideenfänger“, des Kölner-Künstler-Theaters mit dem Stück „Tribute von Burgina“ sowie der „Kolibri-Bande“ der Grundschule Asbach mit „Spieglein, Spieglein an der Wand“.

VON VERA HETTENHAUSEN

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