Lars Mandler gestaltet das Diorama-Zelt

Hessentag: Eine Höhle mitten im Kurpark

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In seinen Händen liegt die Gestaltung des Dioramazelts: Lars Mandler ist seit über zehn Jahren beim Hessentag dabei.

Im Kurpark wird derzeit gesägt, gebohrt und geschleppt. Der Aufbau im Dioramazelt als Teil der Sonderschau „Der Natur auf der Spur“ ist in vollem Gange.

Bis zum Hessentag soll dort eine regionaltypische Landschaft entstehen, ein großer Erdhügel samt Tunnel, Bäumen und Steinen lässt bereits einiges erahnen.

Für die Gestaltung ist Lars Mandler verantwortlich. Der 47-Jährige aus Kirchheim in Thüringen ist gelernter Präparator, hat sich inzwischen aber auf den Ausstellungsbau etwa für Museen und Nationalparks konzentriert. „Ich mache alles, was mit Natur zu tun hat“, versucht er schmunzelnd zu erklären. Seit über zehn Jahren ist Mandler als Planer beziehungsweise Berater für das Dioramazelt beim Landesfest zuständig. Die Sonderschau wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Stadt veranstaltet, mit dem Bau ist Hessen Forst beauftragt. Die Schau dient Verbänden, Vereinen und Direktvermarktern als Forum, wobei das Zelt laut Mandler „eine schöne Einstimmung“ ist.

Gemeinschaftsprojekt: Für die Natur-Ausstellung wi rd gesägt, gebohrt und geschleppt.

„Wir versuchen, Themen aufzugreifen, die regional von Bedeutung sind“, so der Gestalter. An jedem Ort informiert er sich deshalb schon frühzeitig über die landschaftlichen Besonderheiten, mögliche Naturschutzgebiete und auch touristisch interessante Gegebenheiten. Mit den Planungen beginnt Mandler etwa ein Jahr vorher. Schon jetzt führt er Gespräche in Bad Vilbel, wo der Hessentag 2020 stattfindet.

In Bad Hersfeld erwartet die Besucher ein „Stückchen“ Dreienberg. Außerdem kann eine aus Fichtenstämmen und Gips- beziehungsweise Kalkputz bestehende Höhle erkundet werden, die sozusagen auf das Engagement des Höhlenforscherclubs Bad Hersfeld zurückgeht. Auch Besucher mit Platzangst können diese übrigens begehen, denn aus Sicherheitsgründen ist die künstliche Höhle geräumiger als sie es in echt wäre. „Eine Landschaft original nachbauen können und wollen wir gar nicht“, betont Mandler auch mit Blick auf die restliche Gestaltung, die sich auf rund 1000 Quadratmetern erstreckt. 600 Kubikmeter Erde, die teils aus dem Schilde-Park stammt, werden im Dioramazelt verbaut und etwa 30 größere Baumstämme, darunter Fichten, Eichen und Buchen aus umliegenden Wäldern sowie circa 350 getopfte Bäume aufgestellt. Ein Teil der Pflanzen wird eingelagert und von Hessentag zu Hessentag transportiert.

Mit dem Aufbau geht es acht Wochen vor Beginn des Hessentags los. Das mag viel klingen, ist es aber nicht: „Es ist immer extrem stressig“, berichtet Mandler, der fast jeden Tag selbst vor Ort ist, auch während des zehntägigen Landesfests, wenn zum Beispiel alle Pflanzen und der Rollrasen im grünen Restaurant gewässert werden müssen. Bis kurz vor der Eröffnung werde noch an letzten Details gearbeitet.

Etwa zehn Leute gehören laut Mandler zum Stammpersonal, das vorwiegend aus Mitarbeitern von Hessen Forst besteht, Unterstützung gibt es in diesem Jahr aber auch von der Gemeinde Friedewald. Für die Ausstellungsfläche um das Zelt herum ist ebenfalls Lars Mandler zuständig, der somit das „Gesamtensemble“ betreut. „Eine Trennung hat sich nicht bewährt“, sagt er. Das Gelände im Hersfelder Kurpark sei für die Schau natürlich ideal, bereite beim Aufbau jedoch gewisse Schwierigkeiten. „Wir versuchen, so schonend wie möglich zu arbeiten“, verspricht er.