Verhandlung am Landgericht Fulda

Prozess fortgesetzt: Bad Hersfelder soll Mädchen vergewaltigt haben

Symbolbild Gericht HNA
+
Justitia

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen ist am Donnerstag in Fulda der Prozess gegen einen 22-jährigen Bad Hersfelder fortgesetzt worden, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird.

Fulda/Bad Hersfeld – Fast zwei Stunden dauerte am zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen einen 22-Jährigen aus Bad Hersfeld, der sich unter anderem wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht in Fulda verantworten muss, die Aussage der zweiten Zeugin. Weil diese noch minderjährig ist und einen entsprechenden Antrag gestellt hatte, war die Öffentlichkeit inklusive der Presse dabei allerdings ausgeschlossen. Unterstützung hatte sich die junge Frau von einem Opferhilfeverein geholt.

Die Öffentlichkeit wird häufig ausgeschlossen, wenn bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ein Zeuge oder eine Zeugin unter 18 Jahren vernommen wird.

Laut Anklage soll der Bad Hersfelder das Mädchen bei einem Treffen in der Wohnung seiner Familie gegen deren Willen geküsst, mit Knutschflecken versehen, im Intimbereich angefasst und sie gewürgt haben. Kennengelernt hatten sich die jungen Leute zuvor über soziale Medien. Vor Gericht revidierte die Zeugin nun offenbar zumindest einen Teil der Schilderungen, wie im weiteren Verlauf zu erfahren war.

Der 22-Jährige hatte Gewalt schon beim Prozessauftakt abgestritten. Er habe lediglich ausprobieren wollen, wie weit er gehen könne, sein Tun aber unterlassen, als das Mädchen dies nicht wollte.

Letztlich wurde dieser Teil der Anklage auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig eingestellt, was laut des vorsitzenden Richters Joachim Becker aber nicht heiße, dass sie bei der abschließenden Beratung und Bewertung beziehungsweise Urteilsfindung keine Rolle mehr spiele. Die für Montag geplanten Plädoyers werden ebenfalls nicht öffentlich sein, das Urteil soll nun doch erst am Dienstag fallen.

Die Verhandlung findet vor der Jugendkammer der Großen Strafkammer statt, da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch keine 21 Jahre alt war und damit als Heranwachsender galt. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe sprach sich am Donnerstag auch dafür aus, das Jugendstrafrecht anzuwenden. Der 22-Jährige mache einen unsicheren, von einfachen lebenspraktischen Dingen überforderten Eindruck, zudem habe er eine „symbiotische Beziehung“ zu seiner Mutter und zeige Defizite im Umgang mit der eigenen Sexualität auf.

Als weitere Zeugen sagten am zweiten Verhandlungstag zwei männliche Bekannte der Mädchen sowie eine Polizistin und ein Polizist aus. Zu den Vorwürfen an sich konnten diese freilich nichts sagen, sie gaben aber an, dass beide einen durchaus glaubwürdigen Eindruck machten. Die jungen Frauen hätten einen aufgelösten Eindruck hinterlassen und geweint, berichteten die Bekannten. Beide hätten sich aber zunächst geweigert, gleich zur Polizei zu gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare