Bürgerinitiative reagiert auf Pressemitteilung

Bad Hersfelder Lärmschützer werfen Kaya Kinkel Wahltaktik vor

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Ein Bild aus besseren Tagen: Im Januar 2018 hatten Bernd Raacke und Dr. Joachim Dähn (von links) Kaya Kinkel persönlich über ihre Sorgen informiert. Jetzt wirft die Bürgerinitiative der grünen Landtagsabgeordneten „Wahltaktik“ vor der Europawahl vor. 

Mit heftiger Kritik reagiert die Bürgerinitiative für Lärmschutz an der A 4 in Bad Hersfeld auf die jüngste Pressemitteilung der Grünen Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel.

Sie hatte erklärt, der Grüne Verkehrsminister Al-Wazir habe „zum Wohle der Bevölkerung Forderungen der Lärmschutz-Bürgerinitiative nach durchgehenden Lärmschutzwänden und Flüsterasphalt berücksichtigt“. Eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von zehn Metern sorge für eine deutliche Lärmreduzierung.

„Die wohl eher im Bereich der Grünen-Wahltaktik anzusiedelnde Mitteilung verschleiert die Tatsache, dass es wohl weiterhin nur einseitige Gigantenwände auf der Johannesberg- und Eichhofseite an der A 4 geben wird“, heißt es dazu in einer Stellungnahme von Bernd Raacke und Dr. Joachim Dähn von der Bürgerinitiative.

Die zehn Meter-Wand, die somit über drei Stockwerke hoch wäre, werde von der Johannesbergseite in Richtung Innenstadt und Kurbereich „durch verstärkte Reflexionen die Lärmbelastung weiter erhöhen“, fürchtet die Bürgerinitiative. Dagegen helfe auch kein Flüsterasphalt. Zudem solle lediglich die einfachste Version des Flüsterasphalts eingebaut werden, meint die Bürgerinitiative.

Und die zweite von der BI seit fünf Jahren geforderte Lärmschutzwand auf der Innenstadtseite bleibe „in den nebulös formulierten Ankündigungen unerwähnt und ist somit offensichtlich immer noch nicht vorgesehen“. Raake und Dähn warnen davor, dass die Lärmbelastung entlang der Autobahn weiter steigen wird, weil bis 2030 der Lastwagenverkehr um bis zu 40 Prozent ansteigen soll. „Zudem soll nach Informationen von Hessen Mobil die derzeitige, von der BI A 4-Lärmschutz und der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung durchgesetzte Geschwindigkeitsbegrenzung in diesem Streckenabschnitt nach Abschluss des Ausbaues der A 4 wieder aufgehoben werden“, heißt es in der Mitteilung. Den Bürgern werde in dieser Fragen „kein reiner Wein eingeschenkt“.

Die Bürgerinitiative für mehr Lärmschutz an der A 4 appelliert daher dringend an alle betroffenen Bürger, die Info-Veranstaltung von Hessen-Mobil am 28. Mai ab 19 Uhr in der Bad Hersfelder Stadthalle zu besuchen. „Unsere Kur- und Festspielstadt ist mit Bahn-, Bundesstraßen- und Autobahnlärm gesegnet, das Fuldatal akustisch vermüllt. Wir brauchen die zweite Lärmschutzwand, ohne Wenn und Aber“, mahnen Bernd Raacke und Joachim Dähn. (kai)

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