Intendant Joern Hinkel stellt Spielplan vor

70. Bad Hersfelder Festspiele: Das wird 2020 gespielt

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Präsentieren das Programm: (von links) Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, Bürgermeister Thomas Fehling, Regisseurin Bettina Wilts, Intendant Joern Hinkel und Regisseur Gil Mehmert.

"Der Club der toten Dichter“, das Volksstück „Italienische Nacht“ sowie die Musicals „Goethe!“ und „My Fair Lady“ stehen auf dem Spielplan der 70. Bad Hersfelder Festspiele. 

Update um 10.50 Uhr - Interessanter Fakt am Rande: Während der Pressekonferenz zu den Bad Hersfelder Festspielen vom 26. Juni bis 23. August 2020 wurde bekannt, dass Tom Schulman, Verfasser des Drehbuchs "Der Club der toten Dichter" mit seiner Frau zur Premiere der Festspiele 2020 kommen möchte.

Der oscarprämierte oscarprämierter US-amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur wurde 1951 in Nashville (Tennessee) geboren und hatte 1989 mit "Der Club der toten Dichter" seinen Durchbruch.  

Erstmeldung um 10.10 Uhr - "Der Club der toten Dichter“ als europäische Erstaufführung, das Volksstück „Italienische Nacht“ von Ödön von Horvath sowie die Musicals „Goethe!“ und „My Fair Lady“ stehen im kommenden Jahr auf dem Spielplan der 70. Bad Hersfelder Festspiele. 

Das Programm stellte Intendant Joern Hinkel am Montagmorgen bei der Sparkasse in Bad Hersfeld vor. Die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg gehört zu den Hauptsponsoren.

Intendant Joern Hinkel und Regisseur Gil Mehmert stiegen auf den Tisch, um auf "Der Club der toten Dichter" einzustimmen.

Alle genannten Produktionen eint das große Thema „Die Kraft der Sprache“, das Intendant Joern Hinkel über die am 26. Juni beginnende Spielzeit gestellt hat. Geht es im „Club der toten Dichter“ um Poesie, so thematisiert die „Italienische Nacht“ die Sprachlosigkeit der Demokraten. 

Das neue Musical „Goethe!“ wird sogar als Uraufführung bei den Festspielen zu sehen sein. Es stammt aus der Feder von Gil Mehmert, der iun Bad Hersfeld zuletzt „Hair“ inszeniert hat. Was Sprache aus einem Menschen machen kann, ist im Klassiker „My Fair Lady“ zu erleben, der als Wiederaufanhme der Inszenierung von Cusch Jung gezeigt wird. 

Komplettiert wird das Programm im Festspiel-Geburtstagsjahr mit der Wiederaufnahme des erfolgreichen Familenmusicals „Emil und die Detektive“ sowie mit der Komödie „Extrawurst“ auf der Kleinen Freilichtbühne im Schloss Eichhof. Regie wird bei diesem ganz neuen Stück Bettina Wilts führen. 

Aus Anlass des Jubiläums planen die Festspiele zudem ein umfangreiches Geburtstagsprogramm mit Konzerten und Sonderveranstaltungen. Der Vorverkauf beginnt am 1. November. Bis Jahresende wird wieder ein Frühbucherrabatt von 10 Prozent gewährt.

"Der Club der toten Dichter":

"Der Club der toten Dichter“ ist ein Theaterstück nach dem gleichnamigen, mit einem Oscar ausgezeichneten Film von Peter Weir (1990) mit Robin Williams in der Hauptrolle. Die Geschichte erzählt von dem Lehrer John Keating, der seinen Schülern über die Literatur selbstständiges Denken und Handeln vermittelt. Dabei wendet er unkonventionelle Methoden an, die auf dem konservativen College nicht von allen gern gesehen sind. Es kommt zum Konflikt mit der Schulleitung. Für die Bad Hersfelder Theaterfassung, die Intendant Joern Hinkel inszenieren wird, arbeiten die Festspiele mit Tom Schulman, dem Verfasser des Film-Drehbuchs zusammen. Die Rechte für diese Europäische Erstaufführung sind bereits gesichert.

Musical: "Goethe!"

"Goethe!“ ist ein neues Musical, das auf Grundlage des Kinofilms „Goethe!“ (2010) von Philipp Stölzl entstanden ist. Nach dem großen Erfolg von „Das Wunder von Bern“ hat sich das Kreativteam um Regisseur Gil Mehmert (Buch), Martin Lingnau (Musik) sowie Frank Ramond (Texte) erneut zusammengetan, um im modernen Gewand die Geschichte des jungen Johann Wolfgang Goethe in seiner Sturm und Drang-Phase zu erzählen: Vom Vater als Advokat ins verschlafene Wetzlar verbannt, verliebt er sich dort unsterblich in die junge Lotte. Die Liebesgeschichte endet unglücklich, Goethe verarbeitet seine Erlebnisse in Die Leiden des jungen Werthers – jene Novelle, die ihn schließlich zum ersten Literaturstar Europas macht.

Volksstück: "Italienische Nacht"

Ödön Horvaths Volksstück „Italienische Nacht“ war schon bei der Uraufführung 1931 von beklemmender Aktualität: Der Konflikt zwischen Linken und Faschisten, die beide am selben Abend in einem Wirtshaus feiern wollen, nahm kommenden Ereignisse voaus. Auch das Heute ist in den Dialogen und Monologen, die deutsche Politik und deutsches Vereinswesen karikieren, leicht zu entdecken. So ist der bald 90 Jahre alte Stoff wie kaum ein anderer geeignet, uns den Spiegel vorzuhalten. „Italienische Nacht“ ist zuletzt an vielen Theatern gezeigt worden, unter anderem in der Spielzeit 2018/19 an der Berliner Schaubühne in einer viel beachteten Inszenierung von Thomas Ostermeier.

"Extrawurst" am Eichhof

Im Schloss Eichhof, dem Kleinen Freilichttheater der Festspiele, darf wieder laut gelacht werden: „Extrawurst“ heißt die Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die die Anschaffung eines neuen Grills für einen Tennisclub ins Grotesk-Lächerliche zieht: Denn im Verein gibt es auch ein türkisches Mitglied, das seine Wurst nicht auf einen Rost mit Schweinefleich legen will. Inszenieren wird Bettina Wilts, die bei den Festspielen 2019 schon mit dem „Nipplejesus“ vertreten war. „Extrawurst ist ab dem 14. Dezember auch am Renaissance-Theater in Berlin zu sehen – in einem Bühnenbild von Manfred Gruber, dem ehemaligen Chef-Bühnenbildner der Festspiele. 

Fotos: Das Programm der 70. Bad Hersfelder Festspiele

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