Nach Treffen des Bürgermeisters mit dem Ex-Intendanten

Land droht mit Veto, falls Dieter Wedel zu den Hersfelder Festspielen zurückkehrt

Das Land Hessen sieht „dringenden Gesprächsbedarf“ für den Fall, dass die Bad Hersfelder Festspiele eine Rückkehr von Dieter Wedel in Betracht ziehen sollten.

Dies geht aus einem Schreiben von Angela Dorn, der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, an Bürgermeister Thomas Fehling und Intendant Joern Hinkel hervor. Der Brief mit Datum vom 1. August liegt unserer Zeitung vor. Das Schreiben wird heute Gegenstand einer Erörterung in der Sitzung des Magistrats sein.

Hintergründe der Stellungnahme aus dem Ministerium sind einerseits das laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München gegen den ehemaligen Festspiel-Intendanten Wedel, der einer Sexualstraftat verdächtigt wird. Zum anderen wurde die Ministerin durch Medienberichte aufmerksam, die nach Besuchen Wedels in Bad Hersfeld und Treffen mit Bürgermeister Fehling eine mögliche Rückkehr des Ex-Intendanten – etwa als Regisseur oder Autor seines Stückes „Das Karlos-Komplott“ – thematisiert hatten. 

„Aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der Vorwürfe im Rahmen der Me too-Debatte halte ich eine Rückkehr für nicht vertretbar“, heißt es in dem von der grünen Ministerin unterzeichneten Brief aus Wiesbaden wörtlich.

Erster Stadtrat Gunter Grimm, der den urlaubenden Bürgermeister derzeit vertritt, bestätigte auf Anfrage den Eingang des Schreibens und interpretierte es dahingehend, dass das Land eine Beschäftigung Wedels während des Ermittlungsverfahrens ausschließe.

Auf die Frage, ob bei einem Zuwiderhandeln auch der Zuschuss des Landes für die Festspiele, der aktuell bei 770.000 Euro liegt, in Gefahr sei, sagte Grimm: „Das weiß ich nicht.“

Im Übrigen verwies der Erste Stadtrat auf eine Pressemitteilung der Stadt vom 6. August, in der der Magistrat dem gegenwärtigen Intendanten Joern Hinkel ausdrücklich das Vertrauen ausgesprochen hatte. 

Rubriklistenbild: © Steffen Landsiedel

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