Hans-Jürgen Schülbe appelliert auch an Besucher

Festspiele verschieben oder absagen? UBH drängt auf Entscheidung

ARCHIV - 06.07.2018, Hessen, Bad Hersfeld: Bunt beleuchtet ist die Stiftsruine während einer Premierenvorstellung zur Eröffnung der Festspiele. Die 68. Bad Hersfelder Festspiele gehen vom 06.07.2018 bis zum 03.09.2018. (zu dpa vom 02.08.2018: "Hair" als Musical-Neuinszenierung bei Bad Hersfelder Festspielen) Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
+
Die Stiftsruine zur Festspielzeit.

Können die Bad Hersfelder Festspiele 2020 trotz Coronavirus stattfinden? Darüber diskutieren aktuell Stadt, Land, Bund und Intendanz. Die UBH-Fraktion drängt auf eine Entscheidung.

Können die Bad Hersfelder Festspiele in diesem Jahr trotz Coronavirus noch stattfinden, und wenn ja, in welcher Form? Oder muss wie den meisten anderen Veranstaltungen nicht bald die Reißleine gezogen werden, um den entstehenden Schaden nicht noch größer werden zu lassen?

Über diese Fragen wird aktuell zwischen Stadt, Land, Bund und Intendanz heftig diskutiert. Jetzt hat sich auch die UBH-Fraktion in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung zum Thema gemeldet und eine Entscheidung angemahnt.

„Die Verantwortlichen der Bad Hersfelder Festspiele und die Stadtpolitik arbeiten mit Hochdruck daran, die Frage einer Absage der Festspiele im Interesse der Festspielkunden und der Öffentlichkeit möglichst zeitnah zu beantworten“, erklärte dazu Bürgermeister Thomas Fehling auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei eine schwierige Situation, in der durchaus auch Zeitdruck bestehe. Aber wenige Tage habe man noch, und die wolle man nutzen, meint der Bürgermeister.

Hans-Jürgen Schülbe, UBH-Fraktionsvorsitzender

Selbstverständlich müsse vor einer Entscheidung mit den Fördergebern geklärt werden, ob deren Finanzmittel erhalten oder verschoben werden können. Nicht nur darum könne eine Absage der Festspiele den städtischen Haushalt unterschiedlich stark belasten. Auch die millionenschwere Bedeutung der Festspiele für Handel, Gastronomie und Tourismus sei ja mittlerweile sehr deutlich belegt, begründete Fehling sein Vorgehen.

In einer Telefonkonferenz des Magistrats stand das Thema Festspiele am Dienstagabend auf der Tagesordnung. Auch habe der Sitzungsdienst nach Quarantäne wieder die Arbeit aufgenommen, sodass Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz mit der Verwaltung festlegen könne, wie und wann über dringend notwendige Beschlussvorlagen der Stadtverordnetenversammlung entschieden werde, teilte Fehling mit.

Hans-Jürgen Schülbe, Vorsitzender der UBH-Fraktion, geht in einer Pressemitteilung davon aus, dass das Virus „uns noch Monate voll im Griff hat“. Folglich seien die Mitarbeiter der Festspiele vor Erkrankung zu schützen. Auch seien aktuell viele Aufträge für das Festival noch nicht unterschrieben, so dass bei einer rechtzeitigen Absage Kosten vermieden werden könnten.

Zudem appelliert die UBH an die Kartenkäufer, als Zeichen der Solidarität wenigstens teilweise auf die Rückzahlung zu verzichten. (ks)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare