Ausschuss gegen Ausgründung

Hersfelder Festspiel GmbH ohne Chance

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Lothar SeitzStadtverordnetenvorsteher

Die Ausgründung der Bad Hersfelder Festspiele in eine gemeinnützige GmbH droht auch im zweiten Anlauf zu scheitern.

Schon im Haupt- und Finanzausschuss der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung zeichnet sich eine deutliche Mehrheit gegen den erneuten Vorstoß von Bürgermeister Thomas Fehling ab, den Regiebetrieb der Festspiele in eine gemeinnützige GmbH auszugliedern.

SPD, CDU und Grüne/NBL stimmten gegen die schon einmal abgelehnte Vorlage, so dass der Magistrat das Papier am kommenden Montag möglicherweise zurückziehen wird. Es würde dann auch von der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag nächster Woche verschwinden.

Selbst Ausschussvorsitzender Bernd Böhle (FDP), der namens seiner Fraktion inhaltlich für die GmbH stimmte, kritisierte den „Verfahrensweg“, dieses Thema im Hauruckverfahren durchsetzen zu wollen. „Das geht nicht mit knappen Mehrheitsentscheidungen, sondern braucht einen Konsens von mindestens zwei Drittel aller Stadtverordneten“, sagte Böhle und sprach sich für eine Studie aus, die Für und Wider einer Ausgründung prüft.

Böhle, Jürgen Richter (FWG) und Hans-Jürgen Schülbe (UBH) knüpften ihre Zustimmung an das Argument der Planungssicherheit, das Intendant Joern Hinkel eingangs der Sitzung angeführt hatte. Hinkel hatte das Dilemma langer Vorlaufzeiten und später Finanzierungszusagen beschrieben, aber auch deutlich gemacht, dass es aktuell um ein Signal der Zuschussgeber für die Spielzeit 2021 gehe.

Die Diskussion veranlasste schließlich Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (SPD) zu einem seiner seltenen Beiträge. Ihn störte der Unterton, die Hersfelder Theatermacher könnten den politisch Verantwortlichen nicht trauen. Dabei seien die Festspiele in den 70 Jahren ihres Bestehens von den Parlamentariern nie in Frage gestellt und finanziell ausreichend ausgestattet worden. Die aktuelle Problematik sieht Seitz in den unklaren Mehrheitsverhältnissen. So habe der Bürgermeister keine verlässlichen Partner mehr in der Stadtverordnetenversammlung.

Seitz rief den Intendanten auf, ein „vernünftiges Konzept“ für die nächste Spielzeit vorzulegen.

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