Breite Mehrheit in Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung

Bad Hersfelder Festspiele: Defizit ist nun doch gedeckt

Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen wurde der Bad Hersfelder CDU-Stadtverordnete Hartmut Ziehn ausgezeichnet. Unser Foto zeigt von links den CDU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Rey, der Ziehn als Parteifreund würdigte, Landrat Koch, Hartmut Ziehn, Bürgermeister Thomas Fehling und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz.
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Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen wurde der Bad Hersfelder CDU-Stadtverordnete Hartmut Ziehn ausgezeichnet. Unser Foto zeigt von links den CDU-Fraktionsvorsitzenden Andreas Rey, der Ziehn als Parteifreund würdigte, Landrat Koch, Hartmut Ziehn, Bürgermeister Thomas Fehling und Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz.

Mit breiter Mehrheit hat die Stadtverordnetenversammlung das diesjährige Defizit der Bad Hersfelder Festspiele in Höhe von 484.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe beschlossen.

Der Fehlbetrag von 484.000 Euro ist im Haushalt 2019 durch Steuermehreinnahmen gedeckt.

Vorausgegangen war eine ausführliche Debatte, in der Bürgermeister Thomas Fehling, Vorsitzender Bernd Böhle (FDP) und der FWG-Fraktionschef Jürgen Richter für ihr Verhalten während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor einer Woche massive Kritik einstecken mussten. Alle drei wiesen die Vorwürfe zurück.

Böhle sprach von fehlendem Vertrauen

Im Ausschuss hatte Böhle den Festspielen wegen des Fehlbetrags einen „unterirdischen Umgang“ mit den städtischen Gremien vorgeworfen und von fehlendem Vertrauen gesprochen. 

Richter hatte der für das Controlling zuständigen kaufmännische Leiterin Andrea Jung einen Assistenten zur Seite stellen wollen, während der Bürgermeister die Kritik an Jung und Intendant Joern Hinkel teilnahmslos geschehen ließ (unsere Zeitung berichtete).

Bernd BöhleVorsitzender des HFA

Einige Stadtverordnete erschüttert über den Verlauf der Diskussion: "Wie in einer Inszenierung" 

Von einem „Tiefpunkt der Debattenkultur“ sprach jetzt der SPD-Fraktionsvorsitzende Karsten Vollmar und vom „dröhnenden Schweigen des Bürgermeisters“. Man habe sich „wie in einer Inszenierung gefühlt“, sagte Vollmar. Auch der CDU-Fraktionschef Andreas Rey zeigte sich „erschüttert“ über den Verlauf der Sitzung und wies auf das „katastrophale Bild“ hin, das in der Öffentlichkeit bis hin zu den Zuschussgebern in Land und Bund dadurch entstanden sei.

Karsten VollmarSPD-Fraktionsvorsitzender

Bös und Schülbe kritisieren unfaire Attacken

Auch Thomas Bös (Grüne/NBL) und Hans Jürgen Schülbe (UBH) kritisierten „unfaire Attacken“ gegen die Theatermacher und bemängelten Form und Stil. „Das war absolut nicht in Ordnung“, sagte Schülbe.

Bernd Böhle verwahrte sich gegen den Vorwurf des Mobbings und rechtfertigte sich damit, im Ausschuss die Beiträge der Vorredner „pointiert zusammengefasst“ zu haben. Eine Entschuldigung für seine Wortwahl rang sich Böhle erst nach einem Hinweis des SPD-Parlamentariers Carsten Lenz ab.

Redner bekennen Solidarität mit den Festspielen

Jürgen Richter beteuerte, den Festspielen lediglich „Hilfe und Unterstützung“ angeboten zu haben. Alle Redner gaben jetzt Solidaritätsbekundungen mit den Festspielen ab.

Bürgermeister Fehling sagte, er habe sich daran gewöhnt, dass auf ihn eingeprügelt werde. Die Debatte im Ausschuss sei das „Risiko einer öffentlichen Sitzung“. Doch die Umfirmierung des Festspiel-Regiebetriebs in eine gGmbH hätten die Stadtverordneten ja nicht gewollt.

Ehrenbrief des Landes Hessen für Hartmut Ziehn

Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen wurde zu Beginn der Sitzung der Bad Hersfelder CDU-Stadtverordnete Hartmut Ziehn ausgezeichnet. Landrat Dr. Michael Koch attestierte dem Parlamentarier, der dem Gremium seit 42 Jahren angehört, zum „Inventar dieses Hauses“ zu gehören.

Von 1989 bis 2001 und von 2006 bis heute war und ist Ziehn auch stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Der CDU gehört er seit 1971 an, ist Gründungsmitglied des Lutherwegs und im Behindertenbeirat aktiv. 

Der Geehrte, der von der Auszeichnung überrascht wurde, bedankte sich dafür „über die Fraktionen hinweg mit den Menschen gut zurechtgekommen zu sein“.

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