Floristik, Grabpflege, Gartengestaltung

140 Jahre Blumen Serfling: Feingefühl für Pflanzen und Blumen

HZ SVÖ Familienpower, Serfling
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Gärtner und Floristin aus Leidenschaft: Katrin und Michael Serfling (links) mit Heinrich und Adelheid Serfling und den Enkeln.

Liebe zu Pflanzen, ästhetisches Empfinden und handwerkliches Geschick eint die Familie Serfling. Alles was grünt und blüht ist seit 140 Jahren Alltag des Blumenhauses am Kurpark.

Der traditionsreiche Familienbetrieb, mittlerweile in fünfter Generation geführt, ist mehr als nur ein einfacher Blumenladen. Friedhofsgärtnerei, Grabpflege, Floristik, Gartenpflege - all das gehört zum vielfältigen Angebot. Während Gartenbau und Blumen schon immer im Mittelpunkt standen, ist die Friedhofsgärtnerei erst 1998 hinzugekommen und hat sich zum Schwerpunkt des traditionsreichen Familienbetriebes entwickelt: Von der Erstherrichtung nach der Beerdigung über die kontinuierliche Pflege und Neugestaltung der Grabstätte bis zu ihrem Abräumen nach Ablauf der Laufzeit.

Schwerpunkt Friedhofsgärtnerei

Friedhofsgärtnerei: Heinrich und Michael Serfling (rechts) kümmern sich ganzjährig um die Grabpflege auf 21 Friedhöfen.

Um dieses Geschäftsfeld kümmert sich Heinrich Serfling (65) mit seinem Sohn Michael (35), beide Gärtnermeister, und einer Angestellten. Für die florale Wohnraumdekoration ist Floristmeisterin Katrin Serfling zuständig, die mit vier Mitarbeiterinnen und viel Kreativität Blumensträuße, Hochzeits- und Trauerfloristik erstellt. Neben dem Blumengeschäft obliegt der 34-Jährigen auch das Büro, der Einkauf und natürlich die Kundenberatung.

„Katrin ist der kreative Kopf im Haus“, stellt Adelheid Serfling (64) lapidar fest. Auch sie ist gelernte Floristin, aber inzwischen im Ruhestand und kümmert sich um die beiden Haushalte, die drei Enkelmädchen und das gemeinsame Mittagessen. Denn die beiden Familien Serfling verstehen sich so gut, dass alle unter einem Dach wohnen. Katrin und Michael Serfling werden das Geschäft später übernehmen.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Schwerpunkte des Geschäftes verschoben. Während die Arbeit auf den Friedhöfen in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist die Gartenpflege nur noch wenig gefragt. „Haben wir vorher mehr im Bereich Gartenund Landschaftsbau gearbeitet, das heißt komplette Gärten neu bepflanzt oder umgestaltet, ist unser Hauptgeschäft nun die Friedhofsgärtnerei,“ berichtet der Juniorchef. Im Umkreis von 30 Kilometern betreuen Vater und Sohn 21 Friedhöfe. Frühjahr, Sommer und Herbst sind dabei mit der Bepflanzung und der Pflege der Grabanlagen die arbeitsintensiven Jahreszeiten. „Das heißt aber nicht, dass wir im Winter Ausruhen können“, meint Heinrich Serfling. Es gäbe immer ‘was zu tun, zum Beispiel die Maschinenpflege, und im Januar beginne bereits wieder die Geranienaufzucht im eigenen Gewächshaus.

Mit Kreativität und Fantasie

Verlagert haben sich auch die Schwerpunkte im Floristikgeschäft. Waren früher mehr Sträuße und Gebinde nachgefragt, steht heute das Herrichten von Blumenschmuck für Hochzeiten und Trauerfeiern immer mehr im Vordergrund. „Das ist genau mein Ding“, freut sich Katrin Serfling, kann sie dabei doch ihre Kreativität und Fantasie ausleben. „Schließlich ist jeder Blumenstrauß, jedes Gesteck und jeder Kranz ein Unikat“. Feingefühl für die Bewegung der Blume ist ihrer Meinung nach unabdingbar für das Handwerk.

Floristmeisterin mit Feingefühl: Katrin Serfling kümmert sich mit viel Fantasie um Blumenschmuck jeglicher Art.

Die Floristik sei persönlicher geworden, meint die junge Mutter von drei kleinen Mädchen, „jede Rosensorte für ein Arrangement wird vom Kunden einzeln ausgesucht“. Dabei zeichnen sich auch in diesem Handwerk Trends ab: War bis vor Kurzem noch der Vintagestil im Dekobereich gefragt, wird der jetzt vom Boho-Stil abgelöst. „Da wird mit viel Naturmaterialien gearbeitet, in ‘dreckigen’ Farben wie Grau und Erdbraun“, erklärt die Floristmeisterin. „Katrin greift die Trends immer auf“, bestätigt Adelheid Serfling und freut sich über den frischen Wind im Ladengeschäft des Blumenhauses.

Blumencontainer zum Hessentag

Die florale Dekoration großer Feiern sind für das Floristenteam immer eine Herausforderung, aber der Hessentag war bisher die größte. In eineinhalb Tagen sollten die 25 großen Absperrcontainer der Firma Fehr bunt bepflanzt werden. „Die Organisation war schon krass, aber wir haben es alle zusammen geschafft“, blickt Michael Serfling zurück.

Nicht ganz so anstrengend aber sehr zeitaufwändig sind die jährlichen Adventsausstellungen im Blumenhaus. Davor wird der Laden jedes mal komplett leer geräumt und weihnachtlich neu dekoriert. Auch da kennt Katrin Serfling den neuesten Trend: Kränze und Gestecke werden ganz natürlich mit viel Holz gestaltet.

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