Neues Marketingkonzept

Bad Hersfeld wird zur Marke

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Good Morning, New York: Dirk Kammerzell war visuell der Pressekonferenz mit Bürgermeister Thomas Fehling (Mitte), Judith Baume und Markus Heide vom Fachbereich Stadtmarketing in der Stadthalle zugeschaltet. 

Als Stadt der „einzigartigen Gelegenheiten“ will sich Bad Hersfeld mit einem neuen Markenauftritt künftig einheitlich nach außen präsentierten.

Entwickelt wurde die Markenstrategie von dem gebürtigen Bad Hersfelder Dirk Kammerzell, der als einer der führenden Köpfe im Bereich der Markenentwicklung weltweit gilt und seit vielen Jahren als Professor für Markendesign an Universitäten in New York lehrt.

Bei der Vorstellung des Konzepts sprach Bürgermeister Thomas Fehling von einem „Meilenstein“, dem ein längerer Abstimmungsprozess vorausgegangen war. Neben der Verwaltung waren daran auch die Stadtpolitik und der Stadtmarketingverein beteiligt. Dank der großen Expertise von Kammerzell sei nun ein Rahmen gesteckt, der von allen Beteiligten gefüllt werden müsse. „An Layout und Slogan wird aber nicht mehr gerüttelt“, stellte Fehling klar. 

Kern des rund 70 Seiten starken Konzepts ist neben dem Slogan „Zentral Gelegen – Beste Gelegenheiten“ der Name von Bad Hersfeld, bei dem das „D“ von einem Bogen umfasst wird. Dies ist ein grafischer Verweis auf die romanischen Bögen der Stiftsruine, „denn die Festspiele sind natürlich das Aushängeschild der Stadt“, erklärte Kammerzell. Zusammen mit der zentralen Lage, die sich im Wortspiel „Gelegenheit“ wiederfinde, seien dies Alleinstellungsmerkmale von Bad Hersfeld. Ziel der neuen Stadtmarke sei es, Bewohnern und Zuzüglern ein Gefühl von Stolz und Zugehörigkeit zu vermitteln, den Tourismus zu fördern, attraktiv für Unternehmen und Investoren zu sein und die Geschäftswelt zu unterstützen. 

Dirk Kammerzell

„Bei einem Markenauftritt geht es darum, Visionen für die Stadt zu entwickeln, die sie klar positionieren und voranbringen“, erläuterte Kamerzell, der per Videokonferenz aus New York zugeschaltet war. Mit der neuen Marke beginne nun ein langfristiger Prozess, „der auch gelebt werden muss“, mahnte Kammerzell zur Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Wer kreativ sein will, muss früh aufstehen: 5.30 Uhr war es in New York als Dirk Kammerzell von dort via Videokonferenz in die Stadthalle geschaltet wurde, um sein Konzept für einen neuen Markenauftritt für Bad Hersfeld vorzustellen.

Bad Hersfeld hat den Bogen raus

Dabei machte der Hochschulprofessor für Markendesign deutlich, dass unter der Dachmarke Bad Hersfeld mit dem von der Stiftsruine inspirierten, roten, romanischen Bogen als deutlichem Bezug zur Festspielstadt auch künftig noch viel Raum für Ideen ist. Deshalb seien schon bei der Entwicklung viele Interessenvertreter und auch die örtlichen Werbeagenturen eingebunden worden.

Bei der Erstellung des Konzepts habe dem gebürtigen Hersfelder auch sein räumlicher Abstand geholfen, denn oft erkenne man erst von außen, was die eigene Stadt für Qualitäten hat. „In Bad Herfeld trifft der Charme der Kleinstadt auf Kultur von Weltniveau“. Im Winter könne man Skifahren, im Sommer die Natur genießen – Bad Hersfeld biete auch dank seiner zentralen Lage im Wortsinn viele Gelegenheiten. „Wir können das Markenversprechen glaubhaft leben“, meinte Kammerzell.

Das neue Logo könne je nach Bedarf abgewandelt und ergänzt werden – zum Beispiel mit dem Bild des Feuermeisters beim Lullusfest oder durch Weingläser zum Weinfest. Nach dem Vorbild der Autoindustrie gehe der Trend dahin, Marken „zu simplifizieren und prägnant zu machen“ – ähnlich wie der Mercedes-Stern oder die Audi-Ringe.

Daher sollen sich die romanischen Bögen der Stiftsruine künftig nicht nur im Logo, sondern auch als eine Art Rahmen, etwa bei Festspielplakaten wiederfinden. „Unsere Zielgruppe soll uns künftig daran schnell als Bad Hersfeld identifizieren können“, hofft Kammerzell. Um auch Kinder und junge Familie anzusprechen wurde außerdem „Hefi“ entwickelt, ein kleiner Ritterjunge mit Löwenmähne, der das Doppelkreuz am Gürtel trägt und mit dem sprichwörtlichen Löwenmut der Hersfelder für die Stadt werben soll.   kai

Das sagt der Stadtmarketingverein

"Das Konzept zum Markenauftritt von Herrn Kammerzell ist aus Sicht des Stadtmarketingvereins ein ausgezeichneter Leitfaden zur modernen Positionierung der Stadt Bad Hersfeld auf Jahre“, erklärt Achim Kniese, der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins. 

Achim Kniese

Im Namen der Gewerbetreibenden zolle er allen daran Beteiligten Respekt. Nun wünsche man sich die richtigen Ableitungen aus dem Konzept. Aus Sicht des Stadtmarketingvereins bedeute dies „eine vertrauensvolle, offene und wertschätzende Einbindung all derer in der Stadt, die zum Gelingen dieses zukunftsgerichteten Konzepts hilfreich und notwendig sind. Der Stadtmarketingverein ist dazu, wie schon immer, bereit und besten Willens“, sagte Kniese. kai

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