Wildwuchs soll beseitig werden

Bad Hersfeld will Pachtverträge vereinheitlichen

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Es geht um Geld: die Pachtverträge sollen überprüft werden.

Die Stadt Bad Hersfeld will die Pachtverträge der Vereine für die Immobilien und Sportstätten vereinheitlichen. Über die Jahre sei hier ein Wildwuchs entstanden. 

Erst kurz vor der Corona-Pause haben die Bad Hersfelder Stadtpolitiker die Förderungsrichtlinien für die einheimischen Sportvereine neu geregelt. Vorausgegangen war monatelanges Hin und Her zwischen den Parlamentariern und der Verwaltung im Bestreben, möglichst gerechte und zeitgemäße Richtlinen zu finden.

Jetzt soll die nächste Baustelle in Angriff genommen werden: Es geht um die Pachtverträge der Vereine für die von ihnen genutzten Immobilien und Sportstätten. Hier ist über die Jahre ein kaum noch nachvollziehbarer Wildwuchs entstanden, der wohl vom jeweiligen Zustand des Stadtsäckels beziehungsweise vom guten Draht in die Verwaltung abhing.

Nur ein Beispiel ist ein Schützenverein, dessen Jahrespacht von einst zehn Mark großzügig auf fünf Euro umgerechnet und bis heute unverändert beibehalten wurde.

Auch gibt es Vereine, die überhaupt keine Pacht bezahlen, solche, die ihre Betriebkosten selber tragen und auch solche, bei denen die Stadt die Rechnungen für Strom, Wasser und Heizung begleicht.

All das soll nun neu geordnet und für alle gleich geregelt werden. Mit der Beschlussvorlage, die das für Finanzen, Immobilien und den Sport zuständige Duo Anke Hofmann und Silvana Wohlgemuth dem Parlamentsausschuss für Soziales und Sport vorlegten, hatten die Stadtverordneten jedoch Probleme, abgestimmt wurde nicht.

Grundsätzlich ist vorgesehen, auf einen Pachtzins zu verzichten. Dafür sollen den Nutzern jedoch die Kosten für Versicherungen, Versorgung, Schönheitsreparaturen und die Grundsteuer auferlegt werden. Das wirkt sich unterschiedlich aus.

„Es gibt Gewinner und Verlierer“, berichtete Michael Barth (FWG) von den Erkenntnissen seines Studiums der Vorlage, denn während ein Verein künftig um rund 400 Euro besser dastehe, müsse ein anderer 1300 draufzahlen.

Auch in den anderen Fraktionen besteht in dieser Sache Beratungs- und weiterer Informationsbedarf. Hofmann und Wohlgemuth werden dafür weitere Zahlen ermitteln und zur Verfügung stellen.

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