Fläche zwischen Heringen, Friedewald und Wildeck

Windpark Gaishecke: RP gibt grünes Licht für zehn ursprünglich abgelehnte Anlagen

Grünes Licht für Windpark: Diese Fotomontage der Projektentwickler zeigt den Stand der Planungen für den Windpark Gaishecke im Dezember 2014. Zehn der ursprünglich 14 geplanten Anlagen sind jetzt genehmigt. Das Foto zeigt die Anlagen vom Europäischen Fernwanderweg bei der Autobahn nördlich von Wildeck-Hönebach aus gesehen. Ein paar Dächer von Hönebach sind zu erkennen.
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Grünes Licht für Windpark: Diese Fotomontage der Projektentwickler zeigt den Stand der Planungen für den Windpark Gaishecke im Dezember 2014. Zehn der ursprünglich 14 geplanten Anlagen sind jetzt genehmigt. Das Foto zeigt die Anlagen vom Europäischen Fernwanderweg bei der Autobahn nördlich von Wildeck-Hönebach aus gesehen. Ein paar Dächer von Hönebach sind zu erkennen.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat im zweiten Anlauf den Windpark Gaishecke im Wald zwischen Heringen, Friedewald und Wildeck genehmigt.

Hersfeld-Rotenburg - Die Heringer Firma Bürgerwind Gaishecke darf zehn der ursprünglich 14 geplanten Windräder errichten – je zwei in den Gemarkungen von Friedewald und Hönebach sowie sechs auf Heringer Gebiet. Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat im zweiten Anlauf den Windpark Gaishecke im Wald zwischen Heringen, Friedewald und Wildeck genehmigt.

Aus Naturschutzgründen zunächst abgelehnt

Ursprünglich hatte das RP im Jahr 2016 den Bau der 212 Meter hohen Rotoren wegen negativer Effekte auf den Vogelzug und das Naturschutzgebiet Rhäden abgelehnt. Das Verwaltungsgericht Kassel kippte diese Entscheidung jedoch im Frühjahr 2019 für zehn Standorte mit der Maßgabe, diese unter anderem hinsichtlich der bewohnten Rotmilan-Horste sowie der Flughöhe der Zugvögel neu zu bewerten. Nach dieser Neubewertung nach Maßgabe des Gerichts sei ihre Behörde zu dem Ergebnis gekommen, dass die zehn Anlagen genehmigungsfähig seien, erklärte RP-Sprecherin Katrin Walmanns auf Nachfrage.

Investor: Durchhaltevermögen belohnt

Erfreut über diese Entscheidung zeigte sich der Geschäftsführer der Bürgerwind Gaishecke, Projektentwickler Ingo Sauer aus Bad Hersfeld. „Unser Durchhaltevermögen hat sich gelohnt“, sagte Sauer. Der genaue Zeitplan für den Bau sei nun von Faktoren wie Materialverfügbarkeit, Lieferterminen sowie behördlichen Vorgaben abhängig. Voraussichtlich ab Oktober werde mit der Rodung begonnen. Als Baubeginn für Fundamente, Zuwegungen und Kabeltrasse werde das kommende Frühjahr angestrebt. Ans Netz gehen solle der Windpark im Laufe des Jahres 2023.

„Weiterer Riegel an Windtürmen“

Dass natur- und artenschutzrechliche Bedenken aufgrund der Nähe zum überregional bedeutsamen Naturschutzgebiet Rhäden kein K.o.-Kriterium seien, verwundere sehr, kommentiert der Vorsitzende der Bürgerinitiative für ein l(i)ebenswertes Friedewald, Thorsten Sindel die Entscheidung des RP. Für Friedewald drohe eine weitere Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, da neben den derzeit in die Höhe wachsenden Anlagen auf dem Waltersberg ein weiterer Riegel an Windtürmen entstehe. (Jan Christoph Eisenberg)

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