Status auf dem Handy nachweisen

Warten auf digitalen Impfpass auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Bei vielen Menschen im Landkreis offenbar begehrt: der Nachweis der Corona-Impfung im klassischen Impfausweis. Zu sehen sind Hände in blauen medizinischen Handschuhen, die ein Etikett in einen gelben Impfpass kleben.
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Bei vielen Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg offenbar immer noch begehrt: der Nachweis der Corona-Impfung im klassischen Impfausweis. Der digitale Impfpass soll alles praktikabler machen.

Ärzte, Apotheker und Impfzentrum können mit dem digitalen Impfpass noch nicht starten. Viele Fragen sind offen.

Hersfeld-Rotenburg – Nun ist er da, der digitale Impfpass – zumindest in der Theorie. Ab wann die Ärzte, Apotheker und das Impfzentrum im Landkreis den sogenannten Cov-Pass tatsächlich ausstellen können, war einen Tag nach der Vorstellung durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch unklar. Alle bitten vorerst um Geduld.

Mit dem digitalen Zertifikat („Cov-Pass“) sollen gegen das Coronavirus Geimpfte ihren Impfstatus ab sofort auf dem Smartphone nachweisen können. Bis Ende Juni soll der freiwillige Cov-Pass Schritt für Schritt allen zur Verfügung stehen, so Spahn, der gleichzeitig darum bat, dass nicht alle sofort am Montag die Praxen und Apotheken aufsuchen sollen.

„Mit heißer Nadel gestrickt“

Vom Hausärzteverband gab es trotzdem prompt Kritik. Der digitale Pass sei unausgegoren, mit heißer Nadel gestrickt und lasse viele Fragen offen. Ausgestellt werden soll das aus einem QR-Code bestehende Zertifikat dort, wo geimpft wurde. Ärzte und Apotheker sollen den Nachweis aber auch nachträglich ausstellen können und die Impfzentren die QR-Codes möglichst automatisch per Post zusenden.

Ratlos

Noch ratlos zeigte sich am Freitag auch Dr. Martin Ebel, Hausarzt in Bad Hersfeld und Sprecher der Hausärzte im Landkreis. Es fehlten schlicht noch die notwendigen Informationen und technischen Hilfsmittel, erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Ähnlich ging es nicht nur dem Team von Dr. Johannes Kirchhoff aus Rotenburg, wo es bereits erste Nachfragen von Patienten gab.

„Stehen in den Startlöchern“

Entspannt gab sich derweil Apothekerin Saskia Hildwein, die mehrere Filialen in Bad Hersfeld betreibt, schließlich sei man inzwischen geübt darin, ad hoc zu reagieren. „Wir stehen in den Startlöchern“, so Hildwein, die wie andere Kollegen allerdings ebenfalls noch auf eine Freischaltung im dafür benötigten System wartete.

Verbindliche Aussagen zur konkreten Umsetzung der bereits medienwirksam präsentierten Pläne konnten auch die für das Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg Verantwortlichen noch nicht treffen. (Von Nadine Maaz)

Impfzertifikat funktioniert mit QR-Code

Das Impfzertifikat enthält neben dem Namen des Geimpften und dessen Geburtsdatum Informationen zum Impfstatus und zum Impfstoff. Künftig soll es dann auch über Tests oder überstandene Infektionen informieren. Gespeichert werden diese Informationen in einem QR-Code, der von autorisierten Personen ausgestellt und von allen EU-Staaten und einigen Nachbarländern gelesen werden kann. Dieser Code kann in die Cov-Pass-App oder die Corona-Warn-App eingescannt werden, man kann ihn aber auch auf Papier bekommen. afp

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