Seit Juli 2017 gilt bundesweit das Prostituiertenschutzgesetz

Landkreis soll sich um Prostituierte kümmern

Hersfeld-Rotenburg. Seit Juli 2017 gilt das Prostituiertenschutzgesetz – im Landratsamt soll nun auch das Gewerbe in Bebra, Bad Hersfeld und Rotenburg kontrolliert werden.

Sex-Arbeiter müssen eine Gesundheitsberatung erhalten und sich anmelden, auch für Bordellbetreiber gibt es eine Anmeldepflicht. Für Kommunen mit weniger als 7500 Einwohnern ist der Kreis die Anlaufstelle – nun soll im Landratsamt auch das Prostitutionsgewerbe der Städte Bebra, Bad Hersfeld und Rotenburg kontrolliert werden.

Damit soll auch die Expertise an einer Stelle gebündelt werden. Bisher sind die Städte selbst verantwortlich. Derzeit haben im Kreisgebiet 14 Prostituierte eine Anmeldebescheinigung, die in der Rotlicht-Szene auch „Hurenpass“ genannt wird. Angemeldete Gewerbe gibt es fünf. Ohne Ausweis droht Prostituierten ein Bußgeld in Höhe von 1000 Euro. Für Gewerbe wird es noch teurer. Nur: In Rotenburg, Bebra und Bad Hersfeld wurden bisher keine Pässe ausgestellt.

Dafür gibt es mehrere Gründe. „Wir haben vehement abgelehnt, dieses Gesetz umzusetzen, weil das unseren Rahmen sprengen würde“, sagt Bebras Bürgermeister Uwe Hassl, der bezweifelt, ob die Kommunen überhaupt zuständig sind. Zudem hätten sich in Bebra nur zwei Prostituierte gemeldet. In Rotenburg ist es unkompliziert: „Wir hatten schlichtweg keine Anfrage zu dem Thema“, sagt Bürgermeister Christian Grunwald. In Bad Hersfeld liegen zwei Anmeldungen von Gewerbetreibenden vor. Die Anfragen seien zurückgestellt worden, weil sich abzeichnet habe, dass der Kreis die Aufgabe übernehmen soll, heißt es aus dem Rathaus.

Die jeweiligen Stadtparlamente haben dem bereits zugestimmt. Finanzielle Auswirkungen gibt es laut Landkreis nicht: Die Kosten würden durch Verwaltungsgebühren und Verwarn- sowie Bußgelder ausgeglichen. Entschieden wird heute im Kreistag, Sitzungsbeginn ist um 14.30 Uhr im Landratsamt in Bad Hersfeld. (cig)

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Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa-avis

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