Interesse an Hobby-Geflügelhaltung ist stark gestiegen

Eigene Hühner liegen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg im Trend

Mario Nöding aus Lispenhausen, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter, mit einigen Tieren.
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Mario Nöding aus Lispenhausen, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter, mit einigen Tieren.

Eigene Hühner im Garten zu halten, liegt im Trend – auch in Waldhessen. Das bestätigt Dr. Thomas Berge, Leiter des Fachdiensts Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landratsamt.

Hersfeld-Rotenburg - Insbesondere im vergangenen halben Jahr seien die Nachfragen zum Thema etwa um das Vierfache angestiegen, berichtet der Leiter des Fachdiensts Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Landratsamt, Dr. Thomas Berge. Ein Interessent pro Woche informiere sich durchschnittlich beim Fachdienst über die Vorgaben. Meist werde in der Folge auch eine Tierhaltung angemeldet.

Wer Geflügel halten möchte, muss die Tiere beim Veterinäramt sowie der Tierseuchenkasse melden und beim Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (HVL) eine Registriernummer beantragen. Eine Statistik zur Entwicklung der Hobby-Geflügelhaltung gibt es laut Berge nicht. Aktuell seien rund 1100 Hobby-Hühnerhalter mit bis zu 20 Hennen registriert. Hinzu kämen rund 100 Halter mit mehr als 20 Legehennen – beispielsweise Landwirte, die in geringem Umfang Direktvermarktung betreiben. Bei den sieben Legehennenhaltern im Kreis mit mehr als 1000 Tieren handele es sich um auf die Eierproduktion spezialisierte landwirtschaftliche Betriebe. Mögliche Gründe für den Hühner-Boom sieht Thomas Berge in Lebensmittelskandalen sowie der steigenden Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln. Auch der Corona-Lockdown habe den Trend wohl verstärkt.

Gestiegenes Interesse an Hühnerhaltung und -zucht hat auch der Vorsitzende des Kreisverbandes Fulda-Werra der Rassegeflügelzüchter, Mario Nöding aus Lispenhausen, ausgemacht. Etwa zwei Dritteln der Neueinsteiger gehe es vor allem um Eier aus dem eigenen Garten, ein Drittel wolle auch züchten.

Tierschutz-Verstöße bei Hobbyhaltern werden laut Amtsveterinär Berge kaum registriert, die Vorgaben zum Platzbedarf im Garten meist sogar deutlich überschritten. Dass die Hühnerhaltung vor dem aktuellen Boom rückläufig war, führt der Amtstierarzt auch auf die zwischenzeitlich wegen der Vogelgrippe angeordnete Stallpflicht zurück. Diese habe viele Hobbyhalter zum Aufgeben veranlasst. (Jan-Christoph Eisenberg)

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Haltung ist auch in Wohngebieten möglich

Da Hühner als Kleintiere gelten, ist ihre Haltung in privatem Rahmen auch in Wohngebieten möglich. Eine einheitliche Regelung, ob beziehungsweise wie viele Hühner gehalten werden dürfen, gibt es laut Landkreis-Sprecherin Jasmin Krenz jedoch nicht. Abhängig sei das immer vom Einzelfall und den örtlichen Gegebenheiten (beispielsweise dicht besiedeltes Wohngebiet oder Dorf). „Man sollte immer bedenken, dass es Nachbarn gibt und niemanden stören“, rät Krenz. 

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