Wirbel um AfD-Stimmen

Hersfeld-Rotenburg: Dirk Noll (SPD) wird Erster Kreisbeigeordneter - CDU spricht von Wortbruch

Das Bild zeigt Friedewalds Noch-Bürgermeister Dirk Noll (SPD, links im Bild) in der Waldhessenhalle. Ihm gratuliert die bisherige Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die nicht erneut kandidierte (SPD).
+
Zum neuen Ersten Kreisbeigeordneten gewählt: Friedewalds Noch-Bürgermeister Dirk Noll (SPD, links im Bild). Ihm gratuliert die bisherige Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die nicht erneut kandidierte (SPD).

Dirk Noll von der SPD wird neuer Erster Kreisbeigeordneter und damit Vize-Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

Hersfeld-Rotenburg – Das hat der Kreistag am Montagnachmittag entschieden. Der Bürgermeister der Gemeinde Friedewald siegte gleich im ersten Wahlgang mit 35 Stimmen. 31 hätten zur Mehrheit gereicht.

Auf seinen Kontrahenten, Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald von der CDU, entfielen 25 Stimmen. Der dritte Kandidat, Jörg Brand (unabhängig), bekam nur eine Stimme.

Die CDU warf der SPD nach der Wahl „Wortbruch“ vor, weil Noll auch Stimmen der AfD erhalten haben könnte. Die SPD hatte im Vorfeld ausgeschlossen, ihren Kandidaten mithilfe der AfD durchzusetzen. Die AfD, die fünf Sitze hat, hatte indes schon vorab angekündigt, geschlossen Noll wählen zu wollen.

Friedewalds Noch-Bürgermeister Dirk Noll (SPD, links im Bild) mit Landrat Torsten Warnecke (SPD).

Landrat Torsten Warnecke erklärte gegenüber unserer Zeitung: „Dirk Noll ist mit, aber nicht durch die Stimmen der AfD gewählt worden.“ Die nötige Mehrheit von 31 Stimmen stamme allein aus dem demokratischen Lager, dies sei nach Sondierungen im Vorfeld klar. Den Vorwurf des Wortbruchs wies er zurück. CDU-Fraktionschef Herbert Höttl nannte diesen Vorgang „nicht hinnehmbar“ und verweigerte Dirk Noll die Gratulation. Auch Christian Grunwald reagierte mit Unverständnis. Die CDU kündigte an, die Umstände der Wahl würden sich auf die künftige Zusammenarbeit im Kreistag und in den Kreisgremien negativ auswirken.

Dirk Noll selbst hatte die Wahl sofort angenommen. Er hätte zwar gern noch ein paar mehr Stimmen als nur 31 aus dem demokratischen Lager erhalten, sagte er, betonte aber auch, dass seine Mehrheit ohne AfD-Stimmen zustande gekommen sei.

Vor der Wahl hatten sich alle drei Kandidaten ausführlich vorgestellt. Noll hatte seine langjährige Verwaltungserfahrung betont. Er wolle die „Kluft zwischen den Altkreisen“ schließen und für mehr Transparenz bei allen Entscheidungen sorgen. „Als Mannschaftssportler weiß ich, wer Kapitän ist, nämlich Torsten Warnecke, er gibt die Richtung vor“, stellte Noll klar. (kai/ses)

Erfahren in beiden Kreisteilen

Dirk Noll ist in Wildeck-Hönebach aufgewachsen, hat seine Ausbildung in Wildeck absolviert. Er ist Verwaltungsfachwirt und hat Betriebswirtschaftslehre studiert. Nach mehreren beruflichen Stationen ist er seit neun Jahren Bürgermeister von Friedewald und hat in dieser Zeit diverse Unternehmensansiedlungen ermöglicht. „Ich kenne die Sorgen und Nöte beider Kreisteile“, betonte er. Noll ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern. Die Familie lebt in Friedewald. (kai)

Lesen Sie auch: Erster Kreisbeigeordneter: Grunwald (CDU), Noll (SPD) und Brand (parteilos) treten an

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare