Fast alle Veranstaltungen abgesagt

Corona-Krise trifft Hotels und Gastronomie schwer: 90 Prozent Stornierungen

Eine Branche, die besonders schwer von der Corona-Krise getroffen ist, ist die Gastronomie.

„Wir haben eine Stornierungsquote von 90 Prozent“, sagt Michael Schubert, Geschäftsführer desHessen-Hotelparks Hohenroda. Nicht nur alle Tagungen würden abgesagt, auch die meisten privaten Veranstaltungen. Zwei Leute seien derzeit nur damit beschäftigt, Stornierungen entgegenzunehmen, berichtet Schubert. „Nächste Woche ist das Haus dann vermutlich komplett leer“, befürchtet er und geht davon aus, dass er dann Kurzarbeit anmelden muss.

Ähnlich sieht es im Hessischen Hof in Bebraaus. Bis in den Mai hinein seien alle Tagungen abgesagt worden, ebenso alle Familienfeiern und Vereinsveranstaltungen. „Alles was über 20 Personen geht“, berichtet Inhaber Thorsten Rehs. Die Hotelgastronomie werde praktisch auf Null gesetzt. Es gebe nur noch ein paar Übernachtungen von Gästen, die meist aus beruflichen Gründen nach Bebra kämen.

Von Verlusten durch Stornos im niedrigen sechsstelligen Bereich spricht Achim Kniese, der in Bad Hersfeld unter anderem das das Hotel Zum Stern, das Kurparkhotel, das Hotel Thermalis und das B&F-Hotel betreibt. Alle Tagungen und Veranstaltungen seien bis Ende Mai abgesagt. Auch Familienfeiern würden verschoben. Das Restaurantgeschäft laufe ebenfalls deutlich ruhiger als sonst, berichtet Kniese. „Dieser Verlust ist nicht aufzufangen“, betont der erfahrene Hotelier, „das ist ein Schlag ins Kontor“. Die Verluste würden auch von Versicherungen nicht ersetzt. Es werde grade über die Verbände geprüft, ob man den Gastronomen irgendwelche Handlungsempfehlungen geben könne.

„Selbst Konfirmationen werden schon abgesagt“, berichtet Martina Hess, Chefin des Landgasthofs Hess in Aua.Auch alle Tagungen und Feierlichkeiten seien in den letzten Tagen storniert worden. Seit Freitag, als bekannt geworden sei, dass es auch im Landkreis Corona-Kranke gebe, seien die Absagen rapide angestiegen. „Wir bleiben offen, solange keine Schließung befohlen wird“, versichert Martina Hess. Denn es gebe durchaus noch einige Spontangäste, die für eine Zwischenübernachtung von der Autobahn abführen. Und auch das Restaurantgeschäft sei am Sonntag noch gelaufen, wenn auch nicht so lebhaft wie sonst.

Unverändert geöffnet bleiben auch die 15 Häuser der Göbels-Hotels-Gruppe, von denen vier im Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegen, zwei in Friedewald und zwei in Rotenburg. Das gelte solange, bis eine Schließung von Seiten des Landes verfügt werde, sagt Marion Arens, Marketing-Leiterin der Hotel-Gruppe. Dort sieht man sich vor besondere Herausforderungen gestellt, weil die Häuser in vier Bundeslädern mit jeweils unterschiedlichen Regelungen liegen.

In allen Göbel-Hotels wurden allerdings Sofortmaßnahmen eingeführt: So sei zum Beispiel die Reinigung intensiviert worden. Vor allem Türklinken, Aufzüge, Handläufe, Liegen und Umkleiden würden regelmäßig desinfiziert. Es gebe Spender mit Desinfektionsmittel, in den Restaurants werde mittgs und abends keine Buffets mehr angeboten, sondern Tellergerichte, die am Tisch serviert würden. Zudem werde in den Restaurants auf Einhaltung des Mindestabstands geachtet.

Wichtig ist allen Hoteliers, ihre Mitarbeiter zu halten. In der Regel wird in den Betrieben über Kurzarbeit nachgedacht, damit der Jahresurlaub nicht genommen werden muss.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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