Beschicker entscheiden selbst

Erste Schritte in Sachen Umweltschutz: Papier statt Plastik auf dem Weihnachtsmarkt

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Kleine Schritte für mehr Umweltbewusstsein: Weihnachtsmarkt-Beschicker Andreas Berg von der Grillhütte setzt auf Papier- statt Plastikverpackungen für Bratwurst und Co.

Holzgabeln statt Plastikgeschirr, Papier- statt Plastiktüten und Energiesparlampen sind auf vielen Weihnachtsmärkten schon Vorschrift. In Hersfeld entscheiden die Händler selbst.

Während etwa in Kassel und Göttingen die Nachhaltigkeit längst zur Pflicht geworden ist, steckt der plastikfreie Wintergenuss auf dem Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt noch in den Kinderstiefeln. Doch der Trend hin zu Pfandsystemen und biologisch abbaubarem Geschirr ist auch den Beschickern und Gästen des Bad Hersfelder Weihnachtsmarktes ein Anliegen.

„Anstatt Plastikspießen verwenden wir heute Holzstäbe für unsere Currywurstgerichte“, erzählt Nico Otto von der Bratwurstbude „Henner hat’s“.

Auch die „Grillhütte“ von Andreas Berg versucht, wo es geht auf Plastik- und Styropor-Geschirr zu verzichten. Statt des umweltbelastenden Kunststoffes verwenden die Grillprofis lieber recycelte Teller und Papiertüten, doch nicht immer seien ökologische Verpackungen verwendbar, so Chef Andreas Berg. „Bei manchen Dingen haben wir noch keine Alternativen finden können.“

So mangele es zum Beispiel bei den Styroporbehältern an umweltfreundlichen Lösungen, die Bratwurst und Co. auch beim Heimtransport warmhielten, erklärt der Beschicker.

Die Mülleimer auf dem Weihnachtsmarkt sind wie immer prall gefüllt, doch häufig setzen Beschicker mittlerweile auch auf recycelte Teller und Besteck aus Holz.

Bisher entscheiden die Hersfelder Budenbetreiber selbst, ob sie Plastikgeschirr durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen. Und die Stadt Bad Hersfeld sieht auch in Zukunft keinen Anlass, bindende Auflagen einzuführen. Weihnachtsmarkt-Organisator Markus Heide ist mit dem Umweltbewusstsein der Beschicker zufrieden. „Alle halten sich immer genau an die Mülltrennung vor Ort“, berichtet er.

Trotzdem werde man das Thema des nachhaltigen Weihnachtsmarktes weiter im Blick behalten: „Obwohl keine konkret strengeren Vorgaben in den nächsten Jahren geplant sind, haben wir das Thema auf dem Schirm.“ Kleine Schritte in Richtung Umweltbewusstsein sind die Beschicker des Weihnachtsmarktes bereits gegangen, trotzdem wünschen sich einige Besucher noch umfassendere Veränderungen. „Ich fände richtiges Geschirr und Besteck gut“, erklärt Besucherin Johanna Heiderich, die den Hersfelder Weihnachtsmarkt mit Sabrina und Sergej Maschnikow besucht. Für das Ehepaar aus Kassel ist Plastikgeschirr keine Option mehr: „Bei uns ist es schon so, dass die kleinen Löffel aus Metall und damit abwaschbar sind,“ erklärt Sabrina Maschnikow.

Mit einem nachhaltigen Dauerbrenner punktet der Weihnachtsmarkt auf dem Linggplatz aber auf jeden Fall immer wieder: mit den bunten oder gläsernen Glühweintassen, die gegen eine Pfandgebühr immer wieder befüllt werden können.

Der Wintermarkt in Bad Hersfeld hat noch bis 29. Dezember geöffnet.

Von Kim Hornickel

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