AfM trennt sich von Immobilie – Stadt hat Vorkaufsrecht

Die Martinsklause in Bad Hersfeld wird verkauft

Das Bild zeigt die Martinsklause direkt neben dem Bach-Haus im Herzen von Bad Hersfeld.
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Ein Haus voller Erinnerungen: Die Martinsklause direkt neben dem Bach-Haus im Herzen von Bad Hersfeld ist trotz des Sanierungsstaus eine begehrte Immobilie in allerbester Stadtlage.

Der Arbeitskreis für Musik (AfM) trennt sich von der Martinsklause neben dem Bach-Haus. Die Stadt Bad Hersfeld hat ein Vorkaufsrecht, überlegt aber noch.

Bad Hersfeld - „Dieser Schritt fällt uns sehr schwer, aber wir können das Gebäude nicht mehr bewirtschaften“, sagt der AfM-Vorsitzende Dr. Ardawan Rastan. Zur Zeit der Festspiel-Opern hatten in der Martinsklause die Musiker gewohnt. Inzwischen gebe es dort einen großen Sanierungsstau. Heizung, Leitungen, Dach müssten erneuert werden. Rund 1000 Euro Unkosten entstehen die AfM jeden Monat, der Löwenanteil entfiele auf die Martinsklause, so Rastan.

Deshalb verhandelt der AfM mit potenziellen Interessenten. „Uns geht es um ein gutes Nutzungskonzept“, so Rastan. Dies habe eine örtliche Geschäftsfrau vorgelegt, die die Martinsklause für den vom AfM gewünschten Fixpreis kaufen wolle.

Allerdings hat die Stadt Bad Hersfeld ein Vorkaufsrecht für die Immobilie in Premiumlage nahe der Stiftsruine. Deshalb hat sich auch der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) am Donnerstag mit dem Thema befasst. Der Magistrat hatte bereits beschlossen, dass die Stadt auf ihr Vorkaufsrecht nicht verzichten solle. Die für den Kauf nötigen Finanzmittel stünden im Haushalt zur Verfügung.

Erste Überlegungen, wonach die Festspiele die Martinsklause nutzen könnten, wurden wieder verworfen, weil die Klause zu weit entfernt ist. Auch ein angestrebter Immobilientausch mit dem näher an der Stiftsruine gelegenen Falkenheim wurde von den Falken abgelehnt. Die Einrichtung eines neuen Kindergartens in dem Gebäude wäre ebenfalls denkbar.

Das Stimmungsbild im HFA war gemischt. „Wir haben keine Verwendung für die Immobilie“, sagte Bernd Wennemuth (SPD) und plädierte dafür, die Haushaltsberatungen abzuwarten. Karsten Vollmer (SPD) sagte, „das ist alles mit heißer Nadel gestrickt“, konnte sich aber für die Kita-Idee erwärmen. Jürgen Richter (FWG) zweifelte an den Kostenschätzungen für die notwendige Sanierung. „Wenn dann auch die Kaufland-Ansiedlung nicht kommt, fehlt uns das Geld vom Schlachthofverkauf für das Feuerwehrheim am Johannesberg“, gab er zu bedenken. Dafür würden mögliche Überschüsse im Haushalt gebraucht, „denn dort geht es um die Sicherheit von 4000 Menschen.“ Thomas Bös (Grüne) riet dazu, das Vorkaufsrecht zu wahren. „Es geht hier nicht um irgendein Grundstück, sondern diese Immobilie ist wichtig für die Stadtentwicklung.“

Auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Bernd Böhle, der ebenfalls keinen Bedarf für das Gebäude sah und die finanziellen Bedenken teilte, wurde das Thema zurück an den Magistrat überwiesen und soll möglicherweise bei den Haushaltsberatungen erneut thematisiert werden. (Kai A. Struthoff)

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