Cotona-Test im Audimax

Bad Hersfelder Arzt untersucht Lehrer am Obersberg

Screening-Verfahren am Obersberg: Jan Bornemann, Lehrer an der MSO, wird von Dr. Manuel Schmidtlein auf das Corona-Virus getestet.
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Screening-Verfahren am Obersberg: Jan Bornemann, Lehrer an der MSO, wird von Dr. Manuel Schmidtlein auf das Corona-Virus getestet.

Dr. Manuel Schmidtlein aus Bad Hersfeld testet das Schulpersonal der Modellschule Obersberg (MSO) auf Corona. Seit der ersten Testung Ende August gab es noch keinen positiven Fall.

Bad Hersfeld - Alle zwei Wochen kommt der Mediziner in das Audimax, um dort im Screening-Verfahren Lehrer und Schulpersonal auf das Virus zu testen, die Teilnahme an dem Prozedere ist freiwillig. Screening bedeutet, dass eine Reihe von Personen getestet wird, die aber keine Symptome aufweisen. Es gehe hierbei vielmehr darum, prophylaktisch zu schauen und einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu bekommen, so Schmidtlein. Schüler werden nicht getestet.

Das Hessische Kultusministerium hat dieses Test-Programm in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung ins Leben gerufen und dafür sämtliche Arztpraxen kontaktiert. Die Kosten für die Tests – einer kostet zwischen 150 und 200 Euro – übernehmen ebenfalls Kultusministerium und Kassenärztliche Vereinigung. Sie haben zudem ein Speziallabor beauftragt, welches die Tests auswertet.

Die Gemeinschaftspraxis, in der auch Schmidtlein arbeitet, hat sich als eine von wenigen Praxen in der Region freiwillig für dieses Programm gemeldet. „Dass ich am Obersberg testen kann, ist nur dank der Gemeinschaftspraxis mit vier Ärzten möglich“, sagt Schmidtlein. Ihn treibt aber auch ein persönliches Interesse an – der Vorsitzende der Vereinigung ehemaliger Schüler fühle sich Schule und Kollegium verbunden und wolle deshalb für ein Sicherheitsgefühl sorgen.

Die Praxis führt Corona-Tests an sämtlichen Einrichtungen durch, beispielsweise auch an der Blumensteinschule in Wildeck. Einige Lehrer und Erzieher kommen in die Praxis, für die MSO biete es sich aber aufgrund der Größe des Personals an, die Tests vor Ort vorzunehmen, meint Schmidtlein. „Dadurch entzerren wir zudem den Praxisalltag“, sagt er. Mit Gesichts-Schutzschild, Maske, Kittel und Handschuhen empfängt Schmidtlein das Schulpersonal im Audimax. Der Test dauert weniger als eine Minute. „Wir machen einen Überblicksabstrich, das heißt ich verfolge den Weg, den das Virus im Mund geht, nach“, erklärt der Arzt. Mit dem Wattestäbchen fährt er Backentaschen, Gaumen und Rachen ab.

Die Viren sammeln sich laut Schmidtlein im hinteren Rachenbereich, deshalb könne es vorkommen, dass ein Würgereflex ausgelöst wird – muss aber nicht. „Ich habe kaum etwas gespürt“, berichtet Klose. Peter Speich, kaufmännischer Abteilungsleiter an der MSO beschreibt, dass er nicht mehr als ein Kitzeln gespürt habe. Bereits das dritte Mal ist Schmidtlein jetzt am Obersberg gewesen. „Ich habe das Gefühl, dass viele dankbar sind, diese Möglichkeit zu haben“, sagt er. Beim ersten Termin haben sich laut Schmidtlein knapp 40 Personen testen lassen, bei den folgenden Terminen war die Beteiligung geringer. „Die Kollegen vertrauen darauf, dass die Corona-Regeln in der Schule eingehalten werden und dass das Infektionsrisiko deshalb gering ist“, argumentiert Speich.

Nur im Falle eines positiven Testes wird das Schulpersonal vom Gesundheitsamt über das Ergebnis informiert. Drei bis vier Tage nach der Testung liegen alle Ergebnisse in der Praxis vor, dann könne man auch individuell nachfragen, meint Schmidtlein. (lh)

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