Regierungspräsidium sagt Nein – Investor vor dem Absprung

Kaufland-Ansiedlung in Bad Hersfeld auf der Kippe

Auf dem Foto ist das Schlachthof-Areal Am Peterstor zu sehen.
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Hier soll gebaut werden: Auf dem Schlachthof-Areal Am Peterstor könnte Kaufland angesiedelt werden.

Die geplante Ansiedlung eines Kaufland-Supermarkts auf dem Gelände des Schlachthofes Am Peterstor in Bad Hersfeld wird immer unwahrscheinlicher.

Bad Hersfeld - Das Regierungspräsidium (RP) bleibt bei seiner ablehnenden Haltung für das Projekt, berichtete Bürgermeister Thomas Fehling nach einem neuerlichen persönlichen Gespräch in Kassel. „Wir haben dort auf Granit gebissen“, sagte Fehling am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzsausschuss.

Die Bad Hersfelder Stadtpolitik und der Stadtmarketingverein stehen geschlossen hinter dem Ansiedlungsvorhaben. Auch ein neues GMA-Gutachten sieht keine nennenswerten Beeinträchtigungen für den Einzelhandel in der Innenstadt und in den Nachbargemeinden. Trotzdem betrachtet das RP das Schlachthof-Areal nicht als „integrierten“ Bereich und hält daher ein sogenanntes Abweichungsverfahren für nicht zulässig.

Ändern könnte sich diese Haltung des RP erst dann, wenn Bad Hersfeld im Zuge des Schnellbahntrassenneubaus auch weiterhin ICE-Halt bleibt. Diese Entscheidung fällt die Bahn aber frühestens in etwa zwei Jahren. Für den Investor Walter Rossing von der Rosco-Gruppe sei „das aber viel zu vage“, sagte Fehling. Das bekräftigte Rossing gegenüber unserer Zeitung. „Ich finde die Bewertung des RP rechtlich und fachlich falsch“, sagte er und verwies auf die einmütige Unterstützung der Stadtpolitik für das Projekt. „Ich bin keiner, der aufgibt“, sagte Rossing. Allerdings habe die Rosco-Gruppe bereits viel Zeit und Geld in die Planung gesteckt und es gebe laufende Verträge. Zudem sei unklar, ob Kaufland überhaupt bereit sei, noch mehrere Jahre auf grünes Licht des RP zu warten. Rossing erwartet „mehr Sensibilität“ für die speziellen Gegebenheiten in Bad Hersfeld.

Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Zentralausschuss der Regionalversammlung, der am Montag in Bad Hersfeld tagen wird. Dieses eher politisch geprägte Gremium entscheidet letztendlich über die Genehmigung der Kaufland-Ansiedelung, folgt dabei aber meist den Empfehlungen des RP.

Bürgermeister Fehling setzt darauf, das Gremium mit Informationen und der Einschätzung des GMA-Gutachtens umstimmen zu könne. Andernfalls werde Bad Hersfeld „bestraft“ für die Entscheidung, das frühere Industriegebiet Schilde-Park und auch das Wever-Areal in der Innenstadt städtebaulich zu entwickeln statt die Flächen für genehmigungsfähige Gewerbeansiedlungen zur Verfügung zu stellen. (Kai A. Struthoff)

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