Neue Trasse

Bad Hersfeld kämpft um ICE-Halt: Breites Bündnis wirbt für Bahnhof in Kreisstadt

Der ICE soll weiterhin im Bahnhof Bad Hersfeld halten. Archiv
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Der ICE soll weiterhin in der Kreisstadt halten: Vertreter von Politik, Wirtschaft und Bürgerinitiativen haben sich im Vorfeld des nächsten Beteiligungsforums der Bahn erneut für einen ICE-Halt in Bad Hersfeld starkgemacht. 

Vertreter von Politik, Wirtschaft und Bürgerinitiativen haben sich im Vorfeld des nächsten Beteiligungsforums der Bahn erneut für einen ICE-Halt in Bad Hersfeld starkgemacht.

Sie verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung. Bei einer Veranstaltung, die der Sprecher der Bürgermeister des Kreises, Harald Preßmann aus Hauneck, und der Sprecher des Aktivbündnisses Waldhessen Paul Niewerth organisiert haben, wurde die Bedeutung des ICE-Bahnhofs für die ganze Region unterstrichen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth warb um Vertrauen zur Bahn und dem Beteiligungsforum, das ernstzunehmen sei und dem man nicht vorgreifen sollte. Klar sei aber, „dass die neue Bahntrasse Fulda-Gerstungen einen Mehrwert für die Region haben muss“. Mit Blick auf lange Planungsprozesse sagte Roth: „Wir müssen auf die Tube drücken“. Er sprach sich für den Fortbestand des ICE-Halts in Bad Hersfeld aus, zeigte aber auch Verständnis für den Nordkreis, der angesichts der langen Bahntradition von Bebra, einen ICE-Halt dort favorisiert. Roth äußerte jedoch auch die Befürchtung, dass eine Streckenführung über Bebra nicht den gewünschten Zeitgewinn für die Bahn bringen würde.

Zugleich wies Roth darauf hin, dass der neue „Deutschlandtakt“ der Bahn künftig eine stündliche statt der bisher zwei-stündigen ICE-Anbindung bringen würde – eine deutliche Verbesserung für die Region. Zudem machte Roth deutlich, dass die Arbeit von K+S im Werratal keinesfalls durch den Verlauf der neuen Schnellbahnstrecke gefährdet werden dürfe.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling warb nicht nur für den ICE-Halt, sondern auch für die sogenannte Hersfeld-Variante der Bahntrasse, die von Langenschwarz durch das Haunetal über Bad Hersfeld nach Gerstungen geführt würde und über weite Strecken in Tunneln verlaufen soll. Diese Streckenführung sei schneller umsetzbar und weniger risikobehaftet, was etwaige Mehrkosten kompensieren würde. „Die Bahn ist in Bad Hersfeld willkommen“, sagte Fehling und warnte zugleich, dass andere Trassenvarianten neue Kontroversen auslösen könnten.

Nordkreis bleibt bei Bebra

Vertreter des Nordkreises haben an dem Treffen in Bad Hersfeld nicht teilgenommen. Auf Anfrage unserer Zeitung betonte Bebras Bürgermeister Stefan Knoche, dass Bebra nach Kassel der größte Bahnhof mit den meisten Pendlern in Nordhessen sei in den über 25 Millionen Euro investiert wurden. Deshalb erwarte man, dass der Vorschlag für den ICE-Halt in Bebra ernstgenommen werde. Auch die Handels- und Gewerbevereinigung Bebra unterstützt diesen Vorschlag. kai

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