"Ein anderer Sommer" in Bad Hersfeld

Geschichte vom Soldaten: Märchen mit Musik und Starbesetzung

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Das Stück auf die Bühne der Bad Hersfelder Festspiele bringt in diesem „Anderen Sommer“ Bettina Wilts unter musikalischer Leitung von Sebastian Bethge.

Bettina Wilts inszeniert in Bad Hersfeld "Die Geschichte vom Soldaten" - in Kooperation mit der Musik an der Stadtkirche.

Bad Hersfeld –„Die Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky und C. F. Ramuz wurde 1918 uraufgeführt. Und auch damals befand man sich in einer schwierigen Zeit: Die Umstände des Ersten Weltkrieges verlangten nach einer kleinen Besetzung. Und auch am Samstag, 8. August, ab 20.30 Uhr, werden nur vier Schauspieler und sieben Musiker in der Stiftsruine spielen.

Geschichten und Märchen sollten Themen des „Anderen Sommers“ werden, erzählt Bettina Wilts, die Regie führt. So kam die Geschichte vom armen Soldaten, der einen Handel mit dem Teufel eingeht, gelegen. Der Soldat tauscht seine Geige gegen ein Buch, das ihn sehr reich machen soll. Doch als er von einer kranken Prinzessin hört, die er durch seine Geige heilen könnte, versucht er, sein Instrument zurückbekommen. Das Stück hat viele Einschläge von berühmten Geschichten – etwa Timm Thaler, der sein Lächeln verkauft.

Über die Besetzung freut Wilts sich sehr: Als Erzähler tritt Cusch Jung auf die Bühne, der bereits 2016 als Professor Higgins in „My Fair Lady“ bei den Bad Hersfelder Festspielen begeisterte. Als Soldat wurde Hardy Punzel besetzt. Eine Besonderheit gibt es dank Bettina Wilts auch: Der Teufel ist in der Inszenierung weiblich und wird von Karla Sengteller verkörpert. Die Prinzessin spielt Lara Nöding. Sie bleibt allerdings ohne Text.

Die musikalische Darbietung, bestehend aus Violine, Klarinette, Fagott, Trompete, Kontrabass, Posaune und Percussion, wird geleitet von Bezirkskantor Sebastian Bethge. Das Stück sei für die Musiker sehr anspruchsvoll, dennoch seien sie begeistert, das Stück einmal spielen zu dürfen, sagt Bethge. Die Musik ist unter anderem inspiriert durch Jahrmarktsmusik, Tango und Walzer.

Eine derartige Kooperation der Musik an der Stadtkirche und den Bad Hersfelder Festspielen habe es bislang noch nicht gegeben. An dieser Stelle schuf Corona eine neue Möglichkeit, denn im normalen Festspielbetrieb hätte das Stück wohl keinen Platz gefunden, erklären Wilts und Bethge. (caz)

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