Montagsinterview

„Stadt wird zusammenrücken“: Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann zum Beginn des Hessentagsjahres

+
Ist und bleibt optimistisch: Anke Hofmann, Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte für das Landesfest 2019, das vom 7. bis 16. Juni in der Kreisstadt gefeiert wird.

Bad Hersfeld. Am 1. Januar 2019 beginnt für Bad Hersfeld das Hessentagsjahr. Wir haben mit der Hessentagsbeauftragten über die Vorbereitungen für das Landesfes gesprochen.

Sie sind nun seit gut zwei Jahren Hessentagsbeauftragte – wie oft haben Sie es schon bereut, diese Aufgabe übernommen zu haben? 

Anke Hofmann: (lacht und denkt etwas länger nach) Natürlich ist jeder Tag völlig unterschiedlich und nicht alles ist plan- und absehbar. Viele Aufgaben sind neu und viele verschiedene Akteure müssen koordiniert werden. Manchmal kommt man schon an den Punkt zu fragen, warum man diese Aufgabe übernommen hat. Einige graue Haare werden sicherlich dazukommen, aber ich habe in dieser Zeit viele nette Menschen kennengelernt und natürlich auch viele tolle Erfahrungen gemacht. Man muss dies sicher auch mit etwas Abstand sehen, wenn der Hessentag dann hoffentlich gut gelaufen ist. Am besten fragen Sie mich danach nochmal ... Grundsätzlich bereue ich die Entscheidung jedenfalls nicht. Ein großes Dankeschön gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die im Team zusammen arbeiten, auch wenn es mal stressig und schwierig wird. So eine große Aufgabe schafft man immer nur gemeinsam.

Wie halten Sie sich bei diesem Arbeitspensum fit, wie entspannen Sie? 

Hofmann: Anfangs habe ich noch Sport gemacht ... Heute komme ich ehrlich gesagt kaum noch dazu. Nach dem Hessentag werde ich sicher erstmal etwas für mich tun müssen, man bleibt doch ein Stück weit auf der Strecke. Ich bin allerdings insgesamt ein optimistischer und positiver Mensch, und versuche, schlechte Gedanken gar nicht zuzulassen.

Die zwei Jahre sind wie im Flug vergangen – bis zum Landesfest in Bad Hersfeld sind es nun nur noch 158 Tage. Liegen Sie mit der Organisation immer noch im Zeitplan? 

Hofmann: Ja. Im Moment laufen sehr viele Ausschreibungen, die Flächen stehen final fest und wir sind mit den integrierten Veranstaltern im Gespräch. Es wird sicher noch das eine oder andere kommen, an das wir jetzt nicht denken, aber insgesamt liegen wir gut in der Zeit.

Der Flächenplan zum Hessentag in Bad Hersfeld. (Bitte oben rechts klicken für die volle Ansicht.)

Es gibt immer noch viele Vorbehalte und die größten Sorgen bereiten vielen Bürgern und Geschäftsleuten offenbar die notwendigen Straßensperrungen. Wie reagieren Sie auf diese Bedenken? 

Hofmann: Man muss versuchen, die Leute aufzuklären. Wir hatten im Dezember zwei Informationsveranstaltungen zum Thema „Sperrkonzept“ für betroffene Gewerbetreibende und ich glaube, für viele Betroffene hat sich einiges schon geklärt. Natürlich muss man mit Einschränkungen rechnen. Wir versuchen dabei für jedes Problem eine Lösung zu finden. Im Januar wird es eine weitere Informationsveranstaltung für Anwohner geben.

Auch an die positiven Nachwirkungen des Landesfests glauben nicht alle. Gescheitert ist vorerst das Projekt Fuldabrücke. Was wird die Stadt vom Hessentag haben? 

Hofmann: Die Stadt wird viel vom Landesfest profitieren. Zum einen sind da die Investitionsprojekte, die leider noch nicht so im Fokus der Bevölkerung stehen. Das Rathaus wird nach dem Hessentag zum größten Teil in die Breitenstraße 57 umziehen. An dem Gebäude sind von außen schon große Veränderungen sichtbar. Der Bushaltepunkt Breitenstraße wird umgebaut und das Stadion an der Oberau komplett saniert. Wir werden unter anderem einen Premiumwanderweg zum Hessentag eröffnen, ein Teilstück des Lutherweges barrierefrei gestalten, einen barrierefreien Zugang zur Stadthalle schaffen und Bike-Stationen und Radabstellanlagen errichten.

Wird das alles rechtzeitig fertig? 

Hofmann: Es gibt eine Menge Projekte, die aufgrund des Hessentags gefördert werden, wobei nicht alle zum Hessentag fertig sein werden. Das trifft zum Beispiel auf den Neubau eines Stadtarchives und auf die Erneuerung eines Teils der Friedrich-Ebert-Straße zu. Eine Baustelle während des Hessentags wäre dort nicht optimal. Ich denke auch, dass die Menschen in der Stadt etwas näher zusammenrücken werden, wobei jeder einen Schritt auf den anderen zugehen muss. 

Zudem bekommt das Ehrenamt wieder einen anderen Stellenwert. Das merken wir an der großen Resonanz der freiwilligen Helfer, die sich bei uns, bei der Kirche und beim Sportkreis registrieren lassen und die Spaß an der Sache haben. Von dieser positiven Stimmung wird sicher noch etwas überschwappen. Die Stadt hat zudem die Möglichkeit, sich zu präsentieren, und Bad Hersfeld ist eine ganz tolle Stadt, auch über die Festspiele hinaus, mit vielen schönen Ecken wie dem Schilde-Park, dem Kurpark, dem Jahnpark und der Altstadt. Ich glaube, wir können Gäste dazu bewegen, Bad Hersfeld nochmals zu besuchen.

Der Kartenverkauf für die Konzerte ist gut angelaufen. Auf welche Veranstaltungshöhepunkte dürfen sich die Besucher noch freuen? 

Hofmann: Wir werden im Januar noch zwei weitere Konzerte ankündigen. Da hat unsere Andrea Jung als erfahrene Künstlermanagerin ein gutes Händchen bewiesen. Wir werden aber natürlich auch abseits der Arena ein besonderes Programm präsentieren, dort dürfte für jeden etwas dabei sein. Wir haben den Tag der Bundeswehr und den Tag der Polizei mit der Vereidigung von circa 950 Anwärtern bei uns, das Polizeibistro feiert in diesem Jahr zudem 30-jähriges Jubiläum. Im Zelt der Bundeswehr und im HR-Treff wird es Musik geben. Die Schulen sind ganz eifrig dabei, etwas zu erarbeiten, in den Kirchen wird es ein Programm geben. Der Sport und die Vereine präsentieren sich im Kurpark. Es gibt viele Informationen bei der Landesausstellung, der Sonderschau Natur und auf der Hessentagsstraße. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus den Angeboten. Wir sprechen also verschiedene Zielgruppen an.

Wenn Sie zum Beginn des Hessentagsjahres nun einen Wunsch frei hätten – was würden Sie sich wünschen?

Hofmann: Ich wünsche mir, dass wir einen friedlichen und gelungenen Hessentag feiern und dass die Bevölkerung näher zusammenrückt.

Wenn es dann im Juni endlich losgeht: Worauf freuen Sie sich am meisten? 

Hofmann: Wir haben ganz viele tolle Programmpunkte und ich freue mich auf jeden einzelnen, denn jeder wird ein besonderes Highlight sein. Nach dem Hessentag sind alle Helfer zum großen Helferfest eingeladen und wir werden hoffentlich noch lange vom Landesfest zehren. Auch darauf freue ich mich sehr. Wobei der Hessentag mit dem Helferfest am Tag danach nicht vorbei ist. Denn dann geht es an die Abwicklung und Abrechnung.

Zur Person: 

Anke Hofmann (51) kommt aus Herleshausen und hat nach dem Abitur die Fachhochschule in Münster und Sigmaringen besucht. Anschließend war sie als Diplom-Finanzwirtin zunächst in Frankfurt und Eschwege beschäftigt, bevor sie 1995 zur Stadt Bad Hersfeld wechselte. Dort leitet sie inzwischen den Fachbereich Immobilienmanagement – im November 2016 wurde Hofmann außerdem offiziell zur Hessentagsbeauftragten der Stadt ernannt. 

Die 51-Jährige ist verheiratet, sie hat zwei Töchter im Alter von 17 und 20 Jahren und lebt mit ihrer Familie auch in Bad Hersfeld. In ihrer Freizeit ist Hofmann unter anderem ehrenamtlich engagiert, wegen des Hessentags müssen diese Aufgaben allerdings zurzeit etwas zurückstehen. Anke Hofmann singt außerdem in der Kantorei und macht gerne Sport.

Kommentare