Gastlichkeit im Herzen der Stadt

Heidrun und Ulrich Viering führen das Stadt-Hotel mit Hingabe

Hoteliers aus Leidenschaft: Heidrun und Ulrich Viering führen das Stadt-Hotel seit 16 Jahren. Fotos: Kimpel
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Hoteliers aus Leidenschaft: Heidrun und Ulrich Viering führen das Stadt-Hotel seit 16 Jahren.

Das Hotelier-Ehepaar kümmert sich mit viel Herzblut um seine Gäste im Stadt-Hotel Am Perfort. Die sollen sich in Bad Hersfelds schönster Lage rundum wohlfühlen und verwöhnt werden.

Gastlichkeit und Stil im Herzen der Stadt - das ist für Heidrun und Ulrich Viering nicht nur ein Slogan.

Mit diesem Ziel vor Augen kümmern sich die Hotelbesitzer tagtäglich um die Besucher. „Ich habe meinen Beruf zur Berufung gemacht und die Bedingungen akzeptiert“, sagt Heidrun Viering. Ihr obliegen die Rezeption und die Gästebetreuung, Ehemann Ulrich kümmert sich in der Küche um die kulinarischen Highlights. Der familiäre Stil des Hauses und der Rundum- Service begeistern seit 2004 Gäste aus ganz Deutschland und der Welt, von denen viele zu Stammgästen geworden sind.

Gastgeber aus Zufall

Berühmt ist das Stadt-Hotel auch für seine Kuchen und Tortenspezialitäten, die Ulrich Viering kreiert.

Obwohl sich Vierings heute keinen anderen Beruf mehr vorstellen können, sind sie in das Hotelgewerbe eher hineingestolpert. Bis dahin als Einzelhandelskauffrau tätig ergriff Heidrun Viering 1991 die zufällige Chance, das damalige Hotel Haus Tanneck in der Stresemannallee zu übernehmen. „Nach vier Wochen selbst auferlegter Probezeit stand fest, dass ich das machen will“, blickt die 62-Jährige zurück. Sie war alleine für die Gäste zuständig, da der Ehemann noch als Backstubenleiter im ehemaligen Hotel Wenzel arbeitete.

Da die Betreuung von Übernachtungsgästen dem Ehepaar so gut gefiel, kauften sie 1993 ein Haus in der Elisabeth-Selbert-Straße und richteten dort ein kleines Hotel ein: die Alpen- Apartments (die es heute noch gibt). Beide Häuser liefen erfolgreich. Als der Pachtvertrag für das Haus Tanneck 2001 endete, wurde 2002 auch das Apartmenthaus verkauft. Denn Vierings zog es an ihren Sehnsuchtsort, die Ostsee, wo sie in Travemünde ein Hotel übernehmen wollten.

Kurz vor dem Umzug an die Küste erfuhr Heidrun Viering in 2004, wieder durch einen Zufall, dass das ehemalige Diät- und Kurheim Brandau Am Perfort krankheitsbedingt vor der Insolvenz stand. „Ich sah es als meine moralische Pflicht, das Kurheim in Bad Hersfeld weiter bestehen zu lassen“, erklärt sie den spontanen Entschluss, das Haus zu kaufen und alle Pläne mit Travemünde über den Haufen zu werfen. Mit Hilfe von Altbürgermeister Hartmut H. Boehmer war der Name schnell in Stadt-Hotel geändert worden. „Nach der Übernahme haben wir sofort Gas gegeben und mit dem Umbau und der Modernisierung begonnen“.

Loch in der Stadtmauer

Zu den ersten Projekten gehörte der Bau der großen Terrasse an der Stadtmauer. Dafür flexte Ulrich Viering einen Zaun weg, der völlig überwuchert war. „Die Aufregung unter den Hersfeldern war groß, dachten sie doch, wir hätten ein Loch in die historische Stadtmauer geschlagen“, erinnert sich seine Ehefrau. Dabei habe diese Öffnung bereits seit 1230 bestanden, damit ein Steinmetzbetrieb seine Grabsteine abtransportieren konnte. „Mit der entstandenen schönen großen Sommerterrasse waren alle dann wieder versöhnt“.

Überhaupt wurde das Stadt-Hotel im Laufe der Jahre ständig umgebaut und modernisiert. Gäste können sich heute verwöhnen lassen in den Restaurants „Caféstübchen“, „Gelber Salon“, „Stadtmauer“ und „Flair“ sowie in der „Perfortbar“. Serviert wird traditionell deutsche und seit kurzem authentische italienische Küche.

Seele des Hauses: Heidrun Viering inspiziert die frisch renovierten Hotelzimmer.

Die aktuelle Corona-Zeit nutzen Vierings, um die 34 Hotelzimmer, davon drei Suiten, zu renovieren. Seit März haben sie das Hotel alleine weitergeführt, holen jetzt aber nach und nach 20 bis 26 der Mitarbeiter aus der Kurzarbeiterzeit zurück. „Um die Warenbestellung und den Personaleinsatz planen zu können, sollte man mittags und abends einen Tisch vorbestellen“, richtet Heidrun Vierung die dringende Bitte an die Gäste. Sie und ihr Mann ergänzen sich beruflich und privat prima, „schließlich sehen wir uns auch den ganzen Tag“, schmunzelt die 62- Jährige. Ulrich Vierung ist eher der ruhigere Typ, der kreativ in der Küche arbeitet und auch Nachwuchs ausbildet. „Meine Frau bezeichnete man früher als Wirbelwind der Fußgängerzone“, sagt der 61-Jährige, „das Temperament hat sich bis heute nicht geändert“.

Geändert hat sich auch nicht die Liebe zur Ostsee. Wenn auch kein Hotel haben Vierings dort mittlerweile eine Zweitwohnung, in der sie jede Freizeit verbringen, „leider nie mehr als fünf bis acht Tage“. Beide sind begeisterte Tänzer und Mitglieder im Tanzsportclub Rot Weiß Bad Hersfeld. „Kein Ball ohne uns“, sind sie sich einig.

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