Zahl der auf dem eigenen Hof verarbeiteten Schweine sinkt

Die Hausschlachtung wird seltener

Es gibt immer weniger Hausschlachtungen.
+
Es gibt immer weniger Hausschlachtungen.

Die Zahl der Hausschlachtungen ist im Kreis Hersfeld-Rotenburg in den vergangenen fünf Jahren weiter stark gesunken.

Hersfeld-Rotenburg - Wurden 2016 noch insgesamt 1802 Rinder und Schweine außerhalb gewerblicher Schlachtstätten getötet und für den Eigenbedarf verarbeitet, waren es 2020 nur noch 1561. Diese Zahlen nennt der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises.

Der rückläufige Trend betrifft bei genauerer Betrachtung jedoch nur die Schweine: Während im Jahr 2016 noch 1664 hausgeschlachtet wurden, waren es 2020 nur noch 1363 – also 301 weniger. Die Zahl der hausgeschlachteten Rinder ist im gleichen Zeitraum leicht gestiegen: von 138 Tieren im Jahr 2016 auf 198 im Jahr 2020.

Verglichen mit anderen Regionen ist die Hausschlachtung damit in Waldhessen trotz des Rückgangs noch relativ weit verbreitet: Der Landkreis Kassel meldete beispielsweise für das Jahr 2019 nur 330 Schweine und 24 Rinder, die auf diese Weise getötet wurden. Definiert wird der Begriff „Hausschlachtung“ laut Dr. Thomas Berge, Leiter des Fachdienstes Veterinärwesen und Verbraucherschutz, als Schlachtung des eigenen Tieres auf dem eigenen Hof ausschließlich für den Verbrauch im eigenen Privathaushalt. Für den leicht rückläufigen Trend bei den Schweine-Hausschlachtungen sieht der Amtstierarzt zwei Gründe: Einerseits hätten sich im Gegensatz zu den gesunkenen Hausschlachtungen die Schlachtzahlen in manchem kleinerem handwerklichen beziehungsweise gewerblichen Schlachtbetrieb im Kreis erhöht. „Das heißt, dass der eine oder andere, der früher noch zu Hause auf dem Hof geschlachtet hat, jetzt sein Schwein im Schlachtbetrieb um die Ecke schlachten lässt“, verdeutlicht der Amtstierarzt.

Parallel dazu mache sich aber auch der Strukturwandel bemerkbar: Im Kreisgebiet würden Jahr für Jahr kleinere Schweinehaltungen mit zwei bis fünf Schweinen aufgegeben, berichtet der Amtsveterinär. Foto: Sebastian Schaffner

Von Jan-Christoph Eisenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare