Bad Hersfelder Festspiele

Gute Gespräche zur Geisterstunde beim Nachteulen Late-Night-Talk

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Auf dem Talk-Sofa ist noch Platz: Dominic Mäcke beim Probesitzen auf dem roten HZ-Sofa vor unserem Verlagshaus. Henner und Marie hat die erste inoffizielle Gesprächsrun de dem Vernehmen übrigens nach Gefallen.

Bei den Bad Hersfelder Festspielen gibt es ein neues Angebot: Einen Nachteulen Late-Night-Talk. Dabei wird Dominik Mäcke immer samstags im Kapitelsaal  Gäste aus Ensemble begrüßen.

Bad Hersfeld – Dominic Mäcke ist ein ausgeschlafener Typ. Wenn andere Leute ins Bett gehen, dann wird er hellwach. Eine Nachteule eben. Und genauso heißt auch der Late-Night-Talk, der am kommenden Samstag um kurz nach Mitternacht im Rahmenprogramm der Bad Hersfelder Festspiele erstmals im Kapitelsaal des Museums stattfindet.

Hersfeld-Preisträgerin Corinna Pohlmann, die derzeit als Nachtclubsängerin Felice in „Der Prozess“ brilliert, und Roland Riebeling, der Christopher Marlow aus „Shakespeare in Love“ – besser aber noch bekannt als „Jütte“ im Kölner Tatort – sind die ersten Gesprächsgäste zu später Stunde. Außerdem wird noch ein Überraschungsgast dabei sein, der einige seiner Lieblingslieder singen wird. Rund 100 Gäste finden bei der Talkshow zur Geisterstunde Platz.

„Die Idee dazu hatte ich schon seit einiger Zeit im Kopf, auch weil das Angebot für Nachtschwärmer in Bad Hersfeld nicht allzu groß ist“, erzählt der 33-jährige gebürtige Lüdenscheider, der 2017 aus dem Ruhrpott nach Bad Hersfeld gezogen ist. Als Regieassistent arbeitet er eng mit Intendant Joern Hinkel zusammen.

„Wir führen so eine Art Arbeits-Ehe“, sagt er schmunzelnd über die zeitintensive Zusammenarbeit mit Joern Hinkel. Dabei ist er ein echter Allrounder, der notfalls auch einspringt, wenn mal ein Schauspieler ausfällt. Beim Late-Night-Talk will Mäcke den „Zuschauern vermittel, was ich mit den Schauspielern erlebe.“ Auf dem gemütlichen Sofa sitzend, bei Getränken von der Bar und etwas Musik, will er die Menschen hinter der Schauspielrolle vorstellen. „Ich hoffe, dass sich trotz der späten Stunde viele Festspielfreunde darauf einlassen“, sagt Mäcke, der sich für den Talk gründlich auf seine Gesprächspartner vorbereitet.

Dabei könnte auch Dominic Mäcke selbst viel von sich erzählen. Nach dem Hauptschulabschluss, Zivildienst und einem Job als ungelerntem Industriearbeiter holte er das Abitur nach, studierte Theaterwissenschaften und Geschichte und startete am Theater in Bochum. Dort fiel sein Talent schnell auf und er konnte schon bald als Regieassistent arbeiten. Schließlich war es Theater-Komponist Jörg Gollasch, der ihn nach Bad Hersfeld vermittelte. Mäcke hat also nicht nur im Theater, sondern auch im wirklichen Leben hinter einige Kulissen geblickt.

Eigene Schauspielambitionen hat er trotz seiner „Aushilfsrollen“ nicht. Die Regie ist sein Ziel. „Die ständige Durchlässigkeit und Kritikfähigkeit, die Schauspieler haben müssen, würde meinen Charakter auf Dauer zermürben“, sagt er nachdenklich und beweist damit eine Feinfühligkeit, die ihm auch als Moderator zu pass kommen dürfte. Das lässt auf spannende Gespräche hoffen. Ein guter Grund, die Nacht zum Tage zu machen.

Nachteulen-Late-Night Talk im Museum mit Dominic Mäcke und Gästen aus dem Festspiel-Ensemble, jeweils Samstag am 13., 20., und 27. Juli, sowie am 3. August, Einlass ab 23.30 Uhr, Eintrittspreis 10 Euro.

VON KAI A. STRUTHOFF

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