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Gute Chancen für Menschen aus der Ukraine auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Christine Zacharias

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Waldemar Dombrowski
Waldemar Dombrowski © Arbeitsagentur 

Schnell Arbeit finden - das ist das Anliegen vieler Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind. Und tatsächlich sind die Chancen im Kreis Hersfeld-Rotenburg dafür gut.

Hersfeld-Rotenburg - Sobald sie registriert sind und eine Aufenthaltsgenehmigung haben, haben Ukrainer in ganz Europa einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt, erläutert Waldemar Dombrowski, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. „Wir haben viele, viele offene Stellen“, sagt Dombrowski. Vor allem in der Pflege, im Handwerk, in der Logistik und in der Gastronomie würden Arbeitskräfte benötigt.

Dennoch gibt es einige Hürden, die genommen werden müssen, bevor es mit der Arbeit losgehen kann. Da ist zum einen die Sprache. Wer nicht über Deutsch- oder Englisch-Kenntnisse verfügt, wird Probleme haben, einen Job zu finden und sollte zunächst einen Sprachkurs besuchen. Entsprechende Kurse werden vom Kreis angeboten. Vorhandene Fremdsprachenkenntnisse können bei der Agentur für Arbeit getestet und eingestuft werden.

Nicht ganz so schnell mit dem neuen Job geht es zudem bei denjenigen, deren Qualifikationen zunächst überprüft und anerkannt werden müssen.

Wer sich jedoch einigermaßen sprachlich verständlich machen kann und einfach arbeiten will, „kann schnell loslegen“, sagt Dombrowski. Auch selbstständig können sich Ukrainer machen, wenn sie eine entsprechende Geschäftsidee haben.

Bisher seien noch keine Ukrainer arbeitssuchend bei der Agentur gemeldet, erklärt Dombrowski. Die Lage sei jedoch dynamisch. Es sei auch für die Arbeitsagentur schwierig, die zumeist dezentral bei Freunden, Verwandten oder anderweitig privat untergebrachten Flüchtlinge zu erreichen. Er hofft darauf, dass die Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten seines Hauses sich unter den Ukrainern herumsprechen werden.

Grundsätzlich empfiehlt der Leiter der Arbeitsagentur denjenigen, die hier nach Arbeit suchen, einen Termin mit der Agentur zu vereinbaren, bei dem auch ein Dolmetscher zugeschaltet werden kann. Eine Hotline in ukrainischer Sprache werde derzeit aufgebaut, sagt Dombrowski. Ebenfalls geplant sind Ausbildungsangebote für aus der Ukraine stammende Jugendliche, beziehungsweise Hilfsangebote, die ihnen eine Ausbildung in deutscher Sprache ermöglichen.

Er geht davon aus, dass nicht alle Ukrainer später, wenn der Krieg irgendwann einmal zu Ende ist, wieder in ihr Heimatland zurückkehren werden. „Wer hier einen guten Job hat, der überlegt sich vielleicht, zu bleiben“, sagt Dombrowski, zumal wenn die Heimatstadt völlig zerstört ist. „Das könnte auch eine Chance für uns sein“, meint der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Viele der Ukrainerinnen und Ukrainer seien hoch qualifiziert.

Derzeit sind gut 1050 Geflüchtete aus der Ukraine im Kreis Hersfeld-Rotenburg registriert. Wie viele Menschen tatsächlich hier sind, ist nicht bekannt. Die Registrierung ist notwendig, um Leistungen zu beziehen und um arbeiten zu können. Auch für die Planung von Sprachkursen und Kinderbetreuung ist sie wichtig.

Dringend nötig ist, das ist dem Leiter der Arbeitsagentur bewusst, ein Ausbau der Kinderbetreuung. Denn die oft allein mit ihren Kindern geflüchteten Frauen benötigten entsprechende Betreuungsangebote, um selbst arbeiten zu können. Hier könnte er sich aber flexible Lösungen vorstellen. „Es sind bestimmt auch Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte nach Deutschland gekommen, die man da einbinden könnte.“ Die Betreuung der Kinder sei zwar Sache der Kommunen, aber „wir werden helfen, wo es möglich ist“, versichert Dombrowski. (Christine Zacharias)

Weitere Informationen gibt es unter arbeitsagentur.de/ukraine

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