Interview mit dem Sicherheitsbeauftragten

Gunter Grimm: Der Hessentag ist kein Selbstzweck

Hessentag, Hessentag und Hessentag: Das Landesfest in Bad Hersfeld beschäftigt den Ersten Stadtrat Gunter Grimm – hier vor der Baustelle am Südtor, wo im Juni die Hessentagsstraße aufgebaut wird – in diesen Tagen von früh bis spät. Foto: Karl Schönholtz

Bad Hersfeld – Gunter Grimm, Erster Stadtrat in Bad Hersfeld, kümmert sich im Vorfeld des Hessentages um die Zusammenarbeit mit Polizei; Feuerwehr, Johannitern und Rotem Kreuz.

Darüber hinaus wirbt er bei Informationsveranstaltungen um Verständnis für erforderliche Einschränkungen.

Herr Grimm, wie haben Sie zuletzt die Stimmung in der Stadt zum Hessentag wahrgenommen?

Wir machen die Erfahrung, dass die Spannung steigt, je näher der Hessentag kommt. Das betrifft nicht nur den Termindruck, was die einzelnen Absprachen betrifft, sondern auch die Erwartungshaltung in der Bevölkerung. Da gibt es Informationsbedarf, keine Frage. Wie beim Lullusfest ist aber jedem klar, dass es Beeinträchtigungen gibt und dass diese auch einen selbst treffen. Darauf vorbereitet zu sein und sich darauf einstellen zu können, das ist das A und O.

Diese Einschränkungen sind ja keine Schikane, sondern dienen einem reibungslosen Ablauf und der Sicherheit. Wie ist in diesen Punkten der Stand der Dinge?

Beim Thema Sicherheit stehen wir in ganz enger Verbindung zur Polizeidirektion Bad Hersfeld. Der neue Leiter Martin Nickl und sein Vorgänger Rainer Neusüß unterstützen uns in vorbildlicher Weise. Auch das Landespolizeipräsidium und das Landeskriminalamt sind eingebunden. Was wir an Technik verbauen, ist abgestimmt, über einzelne Schutzmaßnahmen werden wir natürlich keine Auskunft geben. In diesem Zusammenhang bedauern wir, dass unser bisheriger Ansprechpartner bei der Kreisverwaltung jetzt mit anderen Aufgaben betraut wurde. Die Zusammenarbeit war von Zuverlässigkeit und Kompetenz geprägt. Dafür danken wir ihm und der Kreisverwaltung.

Ein Thema der vergangenen Wochen waren die Rettungswege, insbesondere bei den Absperrungen, die durch die Hessentagsstraße erforderlich sind. Sind die Durchfahrten für Rotes Kreuz und Feuerwehr gewährleistet?

Die Rettungswege sind offen und so eingeplant, dass jede Örtlichkeit in kürzester Zeit zu erreichen ist. Das hatte bei uns oberste Priorität und ist bei allen Sperrmaßnahmen besonders berücksichtigt worden.

Man sollte mit Blick auf die Beeinträchtigungen, die mit dem Hessentag verbunden sind, vielleicht einmal darauf hinweisen, dass sie nicht einem Selbstzweck des Rathauses dienen. Haben Sie das bisher deutlich genug gemacht?

Aus unserer Sicht - Ja! Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die Entscheidung, den Hessentag nach Bad Hersfeld zu holen, eine Entscheidung des höchsten Gremiums der Stadt war; der Stadtverordnetenversammlung. Bei einer Gegenstimme waren allen anderen Stadtverordneten dafür. Diesen politischen Auftrag gilt es umzusetzen. Ich glaube, das akzeptieren die Bürgerinnen und Bürger auch. Sie sehen ja auch, dass sich in Bezug auf Stadtentwicklung etwas tut. Das ist für alle auch Ansporn, da es im Zusammenhang mit dem Hessentag mehr Geld für Investitionsmaßnahmen gibt.

Okay, aber es gibt ja in der Stadt aktuell auch ein paar Punkte, die man den Hessentagsbesuchern doch lieber nicht zeigen würde. Beispiele wären die aktuell verlassene Abbruchbaustelle in der Unteren Frauenstraße, das Kirchtor und leider auch der Bahnhof, wo die Beleuchtung defekt ist und zu viel Dreck herumliegt. Was wird sich da noch tun?

Es ist nicht mein Aufgabengebiet, aber nach meinem Kenntnisstand ist nicht nur das Technische Rathaus bemüht, die Probleme bis zum Hessentag zumindest so zu lösen, dass sie optisch nicht negativ auffallen. In den genannten Fällen geht es auch um Rechts- und Eigentumsfragen. Da kann es bekanntlich dauern, möglicherweise auch länger als bis zum Hessentag.

Sie sind ja in der glücklichen Lage, als Pensionär mehr Zeit als andere für das Engagement in Sachen Hessentag zu haben. Wie ist das aber in der Stadtverwaltung? Arbeitet man dort nicht am Anschlag, wenn zusätzlich zu den Pflichtaufgaben auch noch der Hessentag gewuppt werden muss?

Alle Beschäftigten der Verwaltung arbeiten mit hohen Engagement an den Aufgaben. Wenn ich an die Bauprojekte denke, wenn ich an die Verkehrsführung, an die Sicherheitsmaßnahmen denke und an die vielen Veranstaltungen – dann kommt man jetzt an den Punkt, wo der Hessentag in der Prioritätenreihenfolge weit oben steht. Und ja, es ist so, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Ich werbe um Verständnis, dass das eine oder andere Anliegen nicht sofort gelöst beziehungsweise erledigt werden kann.

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