Führungen am 8. September

Grundsanierung: Katharinenturm ist verhüllt

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Der Katharinenturm im Stiftsbezirk ist eingerüstet, weil das Mauerwerk saniert werden muss. 

Eingerüstet und weiß eingehüllt präsentiert sich der Katharinenturm im Bad Hersfelder Stiftsbezirk seit gut zwei Wochen den Festspielbesuchern und allen anderen Passanten.

Die notwendige Grundsanierung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, erklärt Johannes van Horrick, Bauamtsleiter und städtischer Denkmalpfleger.

Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten habe für die Sanierung Geld für dieses Jahr zur Verfügung gestellt. Den Katharinenturm während des Hessentags einzurüsten, das wollte in der Verwaltung niemand. Also habe man sich entschlossen, lieber während der zweiten Hälfte der Festspielzeit das Gerüst aufzubauen. Sehr viel später dürften die Arbeiten auch nicht anfangen, um damit nicht in die mögliche Frostperiode zu kommen, erläutert van Horrick. Dann nämlich wird der Mörtel nicht mehr fest.

Instandgesetzt werden soll in erster Linie die Fassade, sagt Dr. Katarina Papjanni von der Schlösserverwaltung. Dort finden sich auch noch Putzfragmente aus dem Mittelalter. „Der Bestand soll so weit wie möglich gesichert werden“, betont sie. Außerdem würden der Baumbewuchs und alle anderen Pflanzen, die sich in dem alten Gemäuer angesiedelt hätten, entfernt. Falls notwendig, würden auch Steine ausgetauscht, doch seien die in relativ gutem Zustand, sodass wohl nur ein bis zwei Steine erneuert werden müssten. Überprüft werden alle Fugen zwischen den Steinen und bei Bedarf mit Kalkmörtel ergänzt. Der sei, so Papajanni, so ähnlich wie mittelalterlicher Mörtel.

Auch das doch werde auf mögliche undichte Stellen hin untersucht. Das sei jedoch zuletzt im Jahr 1997 erneuert worden, sagt Papajanni. Mithilfe des Gerüsts könne auch die Baugeschichte des Turmes erforscht werden. Auch diese dendrochronologischen Untersuchungen sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Dendrochronologie ist die Wissenschaft vom Baumaltern und eine Methode, anhand der Jahresringe von Baumstämmen das Alter von historischen Gebäuden zu bestimmen.

Die Kosten für die Grundsanierung sind mit 200 000 Euro veranschlagt. Das Geld dafür kommt aus dem Kulturinvestitionsprogramm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Ausgeführt werden die Arbeiten von der Firma Enders aus Fulda, die sich auf Baudenkmalpflege spezialisiert und bereits das Südtor in Bad Hersfeld restauriert hat. Die Firma ist zeitgleich auch am ehemaligen Brüderhaus der Propstei Johannesberg im Einsatz. Um die Planung kümmert sich Volker Debelius vom Ingenieurbüro HAZ in Kassel.

Besichtigt werden kann der Katharinenturm am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September. Führungen mit Informationen zu den Restaurierungsarbeiten werden um 11, 12, 14 und 15 Uhr angeboten. Dafür sollten Interessenten sich unter 06621/201300 anmelden.

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