Stadt erhofft sich Meinungsbild - 130 bis 140 Teilnehmer 

Großveranstaltungen beim Hessentag in Bad Hersfeld: Infoabend war gut besucht

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Einige Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um Fragen oder Anregungen loszuwerden.

Bad Hersfeld. Ein Hessentag ohne große Konzerte oder Partys? Während das für die einen ein absolutes No-Go ist, fürchten die anderen die hohen Kosten solcher Events. Zu einer Informationsveranstaltung rund um das Thema Großveranstaltungen beim Landesfest hatte die Stadt Bad Hersfeld für Mittwochabend in die Schilde-Halle eingeladen, und etwa 130 bis 140 Interessierte nutzten die Gelegenheit. 

Das Wichtigste im Überblick:

Die Infoveranstaltung

„Wir alle sind der Hessentag. Ohne euch, ohne Sie, geht es nicht“, sagte der Erste Stadtrat Gunter Grimm bei der Begrüßung. Mit dem Infoabend wollte man ein „erstes Meinungsbild der Bürgerschaft einholen“, so der Wortlaut der Einladung. „Wir sind offen für Kritik, Anregungen und Wünsche“, forderte Stadt-Sprecher Meik Ebert, der die Moderation übernahm, die Anwesenden auf, sich zu beteiligen. Die Entscheidung, was das Hessentagsprogramm betrifft, trifft letztlich die Stadtverordnetenversammlung.

Der Hessentag

Der seit 1961 ausgetragene Hessentag ist das ältestes und größtes Landesfest Deutschlands, wie Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann referierte, die zudem von einem „Fest für die Bürger und mit den Bürgern“ sprach. Der 59. Hessentag soll vom 7. bis 16. Juni 2019 in Bad Hersfeld stattfinden. Finanziert werde die zehntägige Veranstaltungen aus zwei Quellen: mit Geld vom Land und kommunalen Mitteln. Zwei Millionen Euro als Defizitausgleich soll Bad Hersfeld erhalten, und damit weniger als die Städte zuvor.

Es gibt fünf verpflichtende Module: eine Landesausstellung, bei der sich zum Beispiel die Landkreise und Ministerien vorstellen können, eine Ausstellung „Natur auf der Spur“, ein Festzelt, Parkplätze und der Hessentagsumzug. Hohe Anforderungen gebe es beim Thema Sicherheit, so Hofmann – ein ebenfalls nicht zu unterschätzender und mitunter nicht planbarer Kostenfaktor.

Standen für Fragen und Anregungen bereit: Andrea Jung, kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele, sowie das Hessentagsteam Markus Heide und Anke Hofmann (Bild oben von links). Die Gelegenheit, sich zu äußern, nutzten einige Besucher (Bild rechts).

Mögliche Veranstaltungsorte

Als mögliche Veranstaltungsorte wurden die Stiftsruine mit 1300 Plätzen genannt, die Schilde-Halle mit 700 bis 1600 Plätzen und das Festzelt mit rund 5000. Für das Festzelt würden derzeit verschiedene Alternativen geprüft, wobei die Möglichkeiten begrenzt seien. Ebenfalls im Blick haben die Organisatoren das Hessenstadion.

Das Obersbergstadion als bessere Alternative brachte MSO-Schulleiter Karsten Backhaus ins Spiel. Weitere Vorschläge wie die Fuldawiesen beim Aqua Fit oder die Rennbahn des Motorsportclubs scheiden aus naturschutzrechtlichen Gründen aus, erklärte Hofmann. Zwar weit abgelegen, aber prüfbar sei der Flugplatz am Johannesberg, den einer der Teilnehmer favorisierte.

Künstler und Konzerte

Was kostet ein Künstler und wann muss man anfragen? Mit solchen Fragen setzte sich Andrea Jung auseinander, kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele. Sie war unter anderem schon mit Peter Maffay und den Scorpions beim Hessentag. Im Wesentlichen gebe es drei große Posten bei den Kosten: die Gage, die Produktion und das „spielfertige Haus“.

„Der Veranstalter ist der letzte, der verdient“, warnte sie, vor allem die Infrastruktur sei ein Risiko. Am einfachsten und günstigsten sei es, einen Künstler einzubinden, der ohnehin gerade auf Tournee sei oder eine CD promote. Buchen und bekannt geben können man einen Künstler etwa ein Jahr vorher.

Wunschkandidaten

Einen Elton John könne und müsse man sich sicher nicht leisten, meinte ein Herr im Publikum. Dafür wurden andere Namen ins Spiel gebracht, zum Beispiel Andreas Gabalier, Cro, Silbermond, Andreas Bourani oder Edguy. Stargeiger David Garrett in der Stiftsruine nannte eine Dame als „Herzenswunsch“, eine andere hatte schon bei Ex-DSDS-Sänger Thomas Godoj angefragt ....

Fast alle Stühle in der Schilde-Halle waren bei der Infoveranstaltung zum Thema Großveranstaltungen beim Hessentag besetzt: Rechts im Bild die Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann, daneben von rechts Andrea Jung, Hallenmanagerin Anne Groß, Markus Heide, Erster Stadtrat Gunter Grimm und Pressesprecher Meik Ebert. Für einen musikalischen Auftakt hatten die Konrad-Duden-Singers sowie die minimierte Band der Geistalschule gesorgt. Fotos: Maaz

Fragen und Anregungen

Applaus gab es am Mittwochabend sowohl für diejenigen, die sich eher skeptisch äußerten, als auch für die, die sich eindeutig für die Großveranstaltungen starkmachten. Ob auch der Marktplatz einbezogen werden soll, wollte Jürgen Herberg wissen – ja, aber nicht für besagte Veranstaltungen, die eine Nutzung tagsüber ausschließen, so Anke Hofmann. Wie es sich mit den beliebten Events von Radiosendern verhält? „Das Radio wirbt, das Risiko bleibt bei der Stadt.“ Auch das Nebeneinander von Festpielproben und Hessentag kam zu Sprache. „Wir arrangieren uns und sehen das als Win-Win-Situation“, betonte Andrea Jung.

Wie es weitergeht

Wer sich vor so vielen Leuten nicht öffentlich zu Wort melden wollte, konnte sich auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch mitteilen. Über einen sachlichen und guten Dialog freute sich Gunter Grimm, der zudem betonte: „Der Dialog ist heute Abend nicht zu Ende.“ Unter anderem soll eine Internetplattform eingerichtet werden, auf der sich jeder rund um den Hessentag informieren kann. Auch ein Voting, also eine Abstimmung, ist geplant. Wer Kontakt zum Hessentagsteam der Stadt aufnehmen möchte, kann sich per E-Mail an hessentag2019@bad-hersfeld.de wenden. 

Giesinger wird übertragen - Busfahrt nach Rüsselsheim: Auf zwei kleine, aber feine Veranstaltungen machte Ebert am Ende des Infoabends aufmerksam: Am 22. August wird das Konzert von Max Giesinger in der Stiftsruine in der Schilde-Halle übertragen. Der Eintritt kostet zehn Euro, der Kartenvorverkauf beginnt am 6. Juni in der Kartenzentrale am Markt. Eine Busfahrt zum Hessentag in Rüsselsheim bietet die Stadt am Dienstag, 13. Juni, an. Anmeldungen werden, solange es noch freie Plätze gibt, unter hessentag2019@bad-hersfeld.de angenommen.

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