Kaufland am Schlachthof

Große Pläne für Bad Hersfeld: Ran an die Innenstadt

So attraktiv könnte der Bereich rund um den jetzigen Mix-Markt gestaltet werden, um eine neue Verbindung zum Rechberggelände herzustellen.

Bad Hersfeld. Bad Hersfeld diskutiert den Neubau eines Kaufland-Marktes auf dem Schlachthofgelände und eine attraktive Verbindung zwischen diesem Bereich und dem Rechberggelände.

Zwei Punkte waren den Initiatoren des Entwicklungskonzeptes für das Schlachthofgelände ganz wichtig: Zum einen die Nähe des Standorts unter der Hochbrücke zur Innenstadt und zum anderen die Tatsache, dass ein neuer Verbrauchermarkt mit knapp 4000 Quadratmetern nur Ersatz für die Flächen im geschlossenen Herkules-Center wären.

Bestand und Planung im Überblick: Links unten das Rechberggelände, rechts der geplante Kaufland-Verbrauchermarkt und das Parkdeck auf dem bisherigen Schlachthof-Areal. Dazwischen ein angedachter Bio-Markt und die neue Wegeverbindung zwischen beiden Flächen. Die Aufwertung des Bereichs unterhalb der Hochbrücke sehen die Planer auch im Sinne einer besseren Anbindung des Medizinischen Versorgungszentrums in der Frankfurter Straße (ganz rechts). Zeichnungen: Architekturbüro Manfred Beier 

Beide Feststellungen, so die offensichtliche Intention, sollen die Diskussion um Neuansiedlungen außerhalb des Stadtrings versachlichen. Denn die erklärte Absicht, den Schlachthof an einen noch zu findenden neuen Standort zu verlagern und an seiner Stelle einen Kaufland-Markt mit Parkplatz und Parkdeck zu bauen, steht im Widerspruch zur Rathaus-Politik. Die setzte bisher ausschließlich auf das Rechberggelände mit der Begründung, dass Märkte auf der grünen Wiese den Handel in der Innenstadt gefährden.

Kein schöner Anblick: Der Mix-Markt im Hainchenweg könnte einem Bio-Markt weichen und den Bereich an der Bahn aufwerten. Foto: Schönholtz

Das Architekturbüro Manfred Beier als Planer, die VR Immobilien GmbH als Eigentümer des neben dem Schlachthof befindlichen Areals und die Vertreter von Kaufland sehen ihr Projekt jedoch als Chance, das brach liegende Eingangstor zur Innenstadt aufzuwerten und eine Verbindung auch zum Rechberggelände herzustellen. Tatsächlich geht das Konzept über die Baumaßnahme Kaufland hinaus.

Wie Katharina Beier-Seelig vom Architekturbüro im Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt erläuterte, soll in diesem Zuge auch eine attraktiv gestaltete Wegeverbindung entlang der Bahngleise bis zur Unterführung der Hochbrücke hergestellt werden.

Diese Überlegung geht auch vom bevorstehenden Neubau der Hochbrücke und einer dann ebenfalls neuen, barrierefreien Wegführung für Fußgänger und Radfahrer in die Innenstadt aus. Der bisherige Mix-Markt („Russen-Markt“) am Hainchenweg könnte demnach eine neue Nutzung als Bio-Markt erhalten.

Eine Aufwertung des Bereichs um den Schlachthof sehen die Planer auch im Sinne einer besseren Anbindung von Stadtwerken und dem Medizinischen Versorgungszentrum.

Auch eine zeitliche Vorstellungen gibt es: Zwei bis zweieinhalb Jahre, so sagte Architekt Manfred Beier, seien für den Bau des Kaufland-Marktes realistisch, für das Umfeld je nach Realisierung der Hochbrücken-Erneuerung weitere drei bis vier Jahre.

Dass im ehemaligen Herkules-Center am Ende nicht doch wieder ein Verbrauchermarkt entsteht, ist im Übrigen sicher: Neuer Eigentümer der Immobilie ist der VR-Bankverein, der hier neben den Parkflächen ein Tagungs- und Dienstleistungszentrum einrichten will.

Seitens der Bad Hersfelder Stadtplanung stoßen die Kaufland-Pläne jedoch nach wie vor auf Skepsis: Bauamtschef Johannes van Horrick argumentierte mit bereits genehmigten Erweiterungen bestehender Märkte.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt empfiehlt jetzt die Einholung eines neuen GMA-Gutachtens, das nicht nur die Auswirkungen des konkreten Kaufland-Projektes auf den Handel in der Stadt untersuchen, sondern eine Gesamtbetrachtung liefern soll. Darin eingeschlossen ist auch das Vorhaben des Bad Hersfelder Bauunternehmers Helmut Räuber, der am Standort der ehemaligen Autozentrale auf der anderen Seite der Hochbrücke ebenfalls ein Einkaufszentrum plant. Dieses Vorhaben wurde im Ausschuss allerdings nicht näher vorgestellt. Die CDU stimmte mit Nein, allerdings nur, weil sie das 18.000 Euro teure Gutachten nicht durch die Stadt vorfinanzieren will.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.