Bad Hersfelder Festspiele

Große Gefühle und ein gebrochener Arm bei "Shakespeare in Love"

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Großes Theater: Viola de Lesseps (Natalja Joselewitsch) und Will Shakespeare (Dennis Herrmann) spielen Romeo und Julia vor der Königin.

Lachen, weinen, hoffen, mitfiebern – auch in der Wiederaufnahme führt „Shakespeare in Love“ das Publikum durch eine Achterbahn von Gefühlen und fesselt mit großer Schauspielkunst.

Es geht um die Liebe und um das Theater, um erfüllte und unerfüllbare Träume.

Die gelungene Inszenierung von Antoine Uitehaag hat dabei nichts von ihrer Frische und ihrem Pep verloren, sie wurde vielmehr noch ein wenig gestrafft und überarbeitet und hat weiter an Tempo zugelegt.

Das gilt auch für das Ensemble um Dennis Herrmann (Will Shakespeare) und Natalja Joselewitsch (Viola de Lesseps), das mit großer Spielfreude agiert, dabei jedoch immer die Balance hält zwischen Komik und Dramatik, Action und Gefühl. Hochachtung hat vor allem Natalja Joselewitsch verdient, die sich kurz vor der Premiere den Arm gebrochen hat und mit einem fast unsichtbaren Verband spielt, als sei nichts gewesen.

Das multifunktionale Bühnenbild von Jens Kilian und die vielfältigen Kostüme von Erika Landertinger entführen das Publikum ins Elisabethanische Zeitalter in London, als zahlreiche Theater eröffnet wurden und auch für das normale Volk zugänglich waren und Theatermacher miteinander um Stückeschreiber, Schauspieler und natürlich Einnahmen wetteiferten.

Dass es dabei nicht immer zimperlich zuging, kann man sich gut vorstellen, auf jeden Fall bietet dieses Umfeld reichlich Stoff für Intrigen und Gefechte, die von Altmeister Klaus Figge einstudiert wurden.

Neu im Ensemble ist Frank Casali, der den Webster, einen intriganten Schauspieler, der eher auf der dunklen Seite steht, verkörpert.

Mit von der Partie ist auch wieder Hund Ginger, der nicht nur Königin Elisabeth I., großartig gespielt von Brigitte Grothum, begeistert, sondern auch das Hersfelder Publikum.

Gelegenheit, das Stück zu sehen, gibt es noch bis zum 1. August. Für viele Vorstellungen gibt es allerdings nur noch Restkarten. (zac)

Zum ersten Mal in Deutschland: "Shakespeare in Love"

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