Gefragt wie nie

Grippeimpfung: Hausärzte und Apotheker warten auf Nachschub

Wo bleibt der Impfstoff? Die Hausärzte im Landkreis warten dringend auf Impfstoff-Lieferungen. Die Wartelisten für Grippeimpfungen sind lang.
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Wo bleibt der Impfstoff? Die Hausärzte im Landkreis warten auf Nachschub

So groß wie in diesem Jahr war die Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg wohl noch nie.

Hersfeld-Rotenburg – Das berichten Ärzte und Apotheker. Lokal und zeitweise komme es deshalb durchaus zu Engpässen, bestätigen sie entsprechende Klagen von Patienten.

Von einer „unglaublichen“ Nachfrage spricht Dr. Martin Ebel, der auch Sprecher der Hausärzte im Kreis ist. Selbst Impfskeptiker und -gegner hätten sich in diesem Jahr plötzlich den Grippeschutz spritzen lassen wollen, sodass schon kurz nach Beginn der Saison Engpässe abgezeichnet hätten. „Wir haben doppelt so viel bestellt wie in den Vorjahren, waren aber auch fast doppelt so schnell ausverkauft“, sagt Ebel mit Blick auf seine eigene Praxis. Als „dramatische Zunahme“ im positiven Sinne bezeichnet Dr. Markus Kroker die Situation. Grundsätzlich begrüßt der Arzt aus Bebra das gestiegene Interesse an der Grippeschutzimpfung, bittet aber gleichzeitig um Verständnis für organisatorischen Mehraufwand und Rücksichtnahme auf besonders Bedürftige. Auch in seiner Praxis, wo parallel zur Sprechstunde geimpft werde, würde mindestens die doppelte Menge an Impfdosen gespritzt.

Sowohl Dr. Ebel als auch Dr. Kroker hatten Anfang Oktober zur Grippeimpfung geraten und bereits mit einer hohen Nachfrage gerechnet (wir berichteten), wenngleich nicht in diesem Ausmaß. „Wenn zur gleichen Zeit viele Menschen an Corona und Influenza erkranken, droht die Gefahr, dass das Gesundheitssystem überfordert wird“, hatte Ebel argumentiert. Beide rechnen nun täglich mit Nachschub und sprechen sich dafür aus, dass zunächst die geimpft werden, die zur Risikogruppe gehören.

Die Apotheker bestätigen ebenfalls eine extrem hohe Nachfrage sowie Liefer- und Verteilprobleme.

26 Millionen Dosen Influenzaimpfstoffe

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hatte öffentlich zur Grippeimpfung aufgerufen und sich dann medienwirksam selbst impfen lassen. Den die Grippe (Influenza) sei während der Corona-Pandemie eine zusätzliche Gefahr für Ältere, chronisch Kranke, Schwangere, Medizin- und Pflegepersonal. „Schützen Sie sich, andere und unser Gesundheitssystem“, lautete das Motto. 26 Mio. Dosen Influenzaimpfstoffe habe die Regierung besorgt, 14 Mio. wurden 2019/2020 verimpft. (Nadine Maaz)

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