Überschwemmte Straßen, nasse Keller und umgestürzte Bäume

Gewitter und Regen in Hersfeld-Rotenburg: Feuerwehr im Dauereinsatz - Weitere Warnung

Das Bild zeigt einen hellen heftigen Blitzschlag über Amazon in Bad Hersfeld.
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Gewitter und Regen habe in der Nacht zu Dienstag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen in Hersfeld-Rotenburg gesorgt. Dieses Foto von zuckenden Blitzen gelang Christian Henning in Bad Hersfeld. Hell erleuchtet unten links ist Amazon zu sehen.

Das Unwetter mit mehreren Gewitterzellen über Waldhessen hat in der Nacht zu Dienstag für zahlreiche überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume gesorgt.

Hersfeld-Rotenburg- Die Feuerwehren sind im Kreis Hersfeld-Rotenburg zu 20 solcher Einsätze ausgerückt, sagte Thorsten Bloß, Leitstellen-Chef des Landkreises, auf Nachfrage unserer Zeitung am Dienstag. Bei weiteren Einsätzen musste Schlamm beseitigt werden.

An der Wetterstation in Alheim-Niedergude hat die Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) 38 Liter Niederschlag gemessen, so AGLW-Chef Philipp Pfister. An andere Orten im Landkreis dürfte es noch wesentlich mehr gewesen sein. Zum Vergleich: Im Durchschnitt beträgt der Niederschlag im Kreis im gesamten Juni 62 Liter pro Quadratmeter.

Besonders schlimm traf es die Schenklengsfelder Ortsteile Malkomes und Dinkelrode. „Die Hauptstraße sah aus wie ein Fluss. So viel Wasser im Ort hat es hier seit 60 Jahren nicht mehr gegeben“, berichtete Gemeindebrandinspektor Thorsten Wennemuth. Die Feuerwehrleute mussten sich um mehrere überflutete Keller kümmern. Allein dort waren 50 Feuerwehrleute von drei Wehren (neben Malkomes/Dinkelrode auch Landeck und Schenklengsfeld) im Einsatz – zunächst ab 23 Uhr für viereinhalb Stunden, dann noch mal ab 5.30 Uhr und erneut um die Mittagszeit, als ein weiterer Einwohner einen vollgelaufenen Keller meldete.

Starkregen und heftige Gewitter über dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

Der überschwemmte Sportplatz des SV Kathus
Eine verschlammte Garage in der Forsthausstraße in Kathus.
Unwetter im Kreis Hersfeld-Rotenburg.
Unwetter im Kreis Hersfeld-Rotenburg.
Starkregen und heftige Gewitter über dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

Etwas glimpflicher kam Weiterode davon, wo mit dem Öffnen der Gullys noch verhindert werden konnte, dass das Wasser von der überfluteten Hessischen Straße in die Keller der Häuser lief. Dort waren laut Bebras Stadtbrandinspektor Mike Heckroth 14 Weiteröder Einsatzkräfte am Werk. Die Wehren von Cornberg (neun Einsatzkräfte) und Rockensüß (zehn) wurden im Abstand von weniger als zehn Minuten jeweils zu auf die Fahrbahn gestürzten Bäumen in ihren Ortsteilen alarmiert.

Im Bad Hersfeld-Kathus war die K 2 erneut überschwemmt und auch das Sportgelände des SV Kathus stand unter Wasser. Insgesamt waren bis Dienstagnachmittag laut Bloß 120 Feuerwehrleute in Hersfeld-Rotenburg im Einsatz. Am stärksten sei der Nordost-Teil des Kreises betroffen gewesen. In Heringen, Imshausen und Dens kam es zu Stromausfällen. Bloß sagt: „Die Einsatzkräfte konnten in allen Fällen wirksame Hilfe leisten.“

Unwetterlagen mit lokal großen Regenmengen würden den Kreis wohl auch in den nächsten Tagen beschäftigen, so Bloß. Für die Nacht zu Mittwoch hat der Wetterdienst erneut vor Gewitter gewarnt. (czi/yk/kai)

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Festspiel-Generalprobe wurde unterbrochen

In der Stiftsruine musste am Montagabend die Generalprobe zum Club der toten Dichter für eine halbe Stunde unterbrochen werden, weil der Wolkenbruch die Bühne unbespielbar gemacht hatte. „Der Verletzungsgefahr für die Schauspieler ist einfach zu hoch“, bat Festspiel-Intendant Joern Hinkel die zahlreichen Journalisten um Verständnis. Nachdem die Bühne mit Abziehern wieder halbwegs getrocknet worden war, wurde die Probe fortgesetzt. 

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