Brief aus Bad Salzungen

Gewalttaten verunsichern Bürger in Bad Salzungen

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Susanne Möller, Redakteurin der Südthüringer Zeitung.

Liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land, mehrere Überfälle innerhalb weniger Monate in der Kur- und Kreisstadt: Ist man noch sicher in Bad Salzungen?

Polizeichef Uwe Metz sagt klar: Ja. Zwei Überfälle im November, zwei Gewalttaten im Januar, die für Schlagzeilen und allerhand Spekulationen sorgten – manche Bürger der Kur- und Kreisstadt sind verunsichert. Uwe Metz beruhigt: Die Sicherheit in Bad Salzungen sei gewährleistet. Das subjektive Empfinden mancher Bürger entspreche nicht der tatsächlichen Sicherheitslage. Es habe in den letzten Monaten mehrere Diebstahl- und Raubdelikte gegeben, die aber auf eine Tätergruppe sowie auf einen Einzeltäter hindeuteten.

Klaus-Peter Schmidt, Kriminalhauptkommissar bei der Kripo in Suhl, hat sich intensiv mit den Fällen befasst. Einer konnte schnell aufgeklärt werden. Im November war ein 19-Jähriger im Bad Salzunger Rathenaupark überfallen und ausgeraubt worden. Das Opfer war mit zwei Bekannten unterwegs, die – wie die Ermittlungen später ergaben – den jungen Mann quasi in eine Falle gelockt hatten. Die vier Täter kannten das Opfer und wussten, dass es Bargeld bei sich hatte. 

Am gleichen Tag hatte sich ein weiterer Übergriff ereignet, der mit dem ersten Fall aber nichts zu tun hat. Ein 31-Jähriger wurde ebenfalls im Rathenaupark niedergeschlagen und im Gesicht verletzt. Zuvor war er von einem Mann, der mit einer größeren Gruppe unterwegs war, nach Zigaretten und Bargeld gefragt worden. Als er verneinte, wurde er von dem Mann niedergeschlagen. Hier ermittelt die Polizei noch. Die Rede war von einer 15-köpfigen Gruppe. Beteiligt war aber wohl nur ein Mann daraus.

Im Januar wurde ein 17-Jähriger auf dem Nachhauseweg am Burgsee überfallen, niedergeschlagen und beraubt. Dieser Fall, glaubt Klaus-Peter Schmidt, könnte mit dem noch nicht aufgeklärten Vorfall im Rathenaupark zusammenhängen. Auch Uwe Metz sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass es sich um die gleiche Tätergruppe handeln könnte. Nicht zu den beiden vorherigen Fällen passt der Übergriff in der Silvesternacht. Hier war eine 20-Jährige bedrängt und ihr Begleiter geschlagen worden. 

Der jüngste Vorfall ereignete sich nun vor wenigen Tagen in einem Wohngebiet. Hier wurde eine 85-Jährige am helllichten Tag beraubt und schwer verletzt. Auf Höhe des Gymnasiums zerrte ein ihr unbekannter, junger Mann an ihrer Handtasche. Die Frau wehrte sich, stürzte dabei und brach sich die Schulter. Die Frau konnte den 16 bis 18 Jahre alten Täter recht gut beschreiben. Die Polizei glaubt, dass der junge Mann für zwei weitere Fälle von Handtaschenraub verantwortlich sein könne.

Um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, aber auch um präventiv tätig zu sein, ist täglich in den Abendstunden eine Fußstreife der Polizei in der Innenstadt unterwegs; festgestellt wurde bis jetzt nichts. Die Streifentätigkeit wird so lange aufrechterhalten, wie es die personellen Möglichkeiten zulassen.

susanne.moeller@stz-online.de

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