1. Hersfelder Zeitung
  2. Bad Hersfeld

Gewalttäter bleibt in Haft: Jugendstrafe für 21-Jährigen nach Messerattacke

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nadine Meier-Maaz

Kommentare

Justitia
Im Prozess um eine Messerattacke in Bad Hersfeld hat das Landgericht Fulda ein Urteil gesprochen: Der 21-Jährige Angeklagte bleibt in Haft.  (Symbolbild) © Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Im Prozess um eine Messerattacke in Bad Hersfeld hat das Landgericht Fulda ein Urteil gesprochen: Der 21-Jährige Angeklagte bleibt in Haft.

Fulda/Bad Hersfeld – Zu einer Jugendstrafe in Höhe von drei Jahren und sechs Monaten ist ein 21-Jähriger aus Bad Hersfeld am Landgericht Fulda jetzt wegen schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie vier Fällen von vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt worden.

Das Urteil verkündete Joachim Becker als vorsitzender Richter der mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzten Großen Jugendkammer der 2. Strafkammer am Montag im Beisein der Familie des jungen Mannes, der vor einigen Jahren als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen war und seitdem einen „unsteten Lebenswandel“ pflegte. Das Gericht blieb damit unter der von Staatsanwalt Andreas Hellmich und Nebenklagevertreter Gunter Müller geforderten Gesamtstrafe. Beide hatten sich für vier Jahre Freiheitsentzug ausgesprochen. Der Haftbefehl wird unter anderem wegen Fluchtgefahr aufrechterhalten.

Das Verfahren gegen den bereits in Untersuchungshaft sitzenden 21-Jährigen hatte Anfang Dezember begonnen, es wurden um die 20 Zeugen gehört (wir berichteten). Ursprünglich war dem Angeklagten versuchter Totschlag vorgeworfen worden, der sich laut Becker aber letztlich nicht beweisen ließ. Zwar habe er mit potenziell tödlichen Verletzungen rechnen müssen, dass er schließlich freiwillig von seinem Opfer abließ, das sich noch aufgerichtet habe und ansprechbar gewesen sei, sei jedoch als „strafbefreiender Rücktritt“ zu werten, so der Richter.

Geschehen war nach Überzeugung der Kammer folgendes: Am 8. Juni 2021 schlug der jetzt Verurteilte in „mäßig angetrunkenem“ Zustand einen einst mit ihm befreundeten und nun als Nebenkläger auftretenden 23-Jährigen an der Frankfurter Straße in Bad Hersfeld zunächst mehrfach mit der Faust, bevor er den am Boden Liegenden mit einem Messer attackierte und ihm am Ober- und Unterkörper mehrere teils tiefe Schnitt- und Stichwunden zufügte. Eine fast 15 Zentimeter lange Narbe im Gesicht zeugt noch heute von der Tat.

Die vier weiteren Fälle hatten sich bereits zwischen März und Oktober 2020 ereignet. Dabei soll der 21-Jährige ebenfalls mit der Faust zugeschlagen und Kopfnüsse verteilt haben. Ein Betroffener erlitt einen doppelten Kieferbruch. Der Angeklagte selbst bestritt alle Taten, hatte nach der Messerattacke aber eine große Menge Blut des Opfers an Kleidung und Schuhen.

Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.

Hintergrund: Schwere und gefährliche Körperverletzung

Im Strafgesetzbuch wird unter anderem zwischen schwerer und gefährlicher Körperverletzung unterschieden. Bei einer gefährlichen Körperverletzung wird vor allem die Art und Weise, wie diese begangen wurde, als besonders gefährlich betrachtet. Bei einer schweren Körperverletzung werden in erster Linie schwerwiegende Folgen für das Opfer der Tat bestraft. Das kann zum Beispiel der Verlust von bestimmten Sinnes- oder Körperfunktionen sein.  (Nadine Meier-Maaz)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion