Körperverletzung in Obdachlosenunterkunft

Kopf gegen Wand geschlagen: 30-Jähriger aus Bad Hersfeld verurteilt

Die Statue einer Frau ist vor blauen Himmel zu sehen, sie hält eine Waage in der linken Hand.
+
Symbolbild: Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Wegen Körperverletzung und Bedrohung musste sich jetzt ein 30-Jähriger aus Bad Hersfeld vor Gericht verantworten, der in der Obdachlosennotunterkunft gewalttätig geworden war.

Bad Hersfeld – Zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe – ausgesetzt zur Bewährung über einen Zeitraum von drei Jahren – ist jetzt ein 30 Jahre alter Mann im Amtsgericht Bad Hersfeld verurteilt worden, der in der Bad Hersfelder Obdachlosennotunterkunft Wassermannseck gewalttätig worden war. Er muss innerhalb der nächsten vier Monate zudem 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Der die meiste Zeit relativ unbeeindruckt wirkende Mann, der nicht nur zehn Minuten zu spät im Gerichtssaal erschien, sondern sich für mehr als eine flapsige Bemerkung auch noch einen Rüffel von Strafrichter Elmar Schnelle einfing, gab die ihm zur Last gelegten Taten nach kurzer Beratung mit seinem Pflichtverteidiger zu. Laut Anklageschrift hatte er am frühen Abend des 27. September 2019 einen anderen Bewohner der Unterkunft angegriffen und dessen Kopf gegen die Wand geschlagen. Das Opfer erlitt dabei eine Schädelprellung sowie eine sechs Zentimeter große Platzwunde, die genäht werden musste. Vorausgegangen war ein Streit über zu laute Musik, weshalb der Geschädigte den Strom im Zimmer des Angeklagten abgestellt hatte.

Wenige Wochen später, am 18. Oktober, nachdem sich die beiden Kontrahenten eigentlich wieder vertragen hatten, eskalierte das Zusammenleben dann offenbar erneut. Bei der Zubereitung von Speisen im Zimmer des Opfers soll der Angeklagte diesem mit einer Keramikschale ins Gesicht geschlagen und ihm außerdem mit einer Scherbe eine Schnittwunde zugefügt haben. Weitere Zeugen kamen hinzu und schließlich auch die Polizei. Bei der Festnahme drohte der unter Drogeneinfluss Stehende dem Geschädigten dann noch ihn „abzustechen“, so die Anklage des Staatsanwalts. Auf die Vernehmung der geladenen Zeugen wurde schließlich verzichtet, da der Angeklagte, der sich erst vor Kurzem in anderer Sache vor dem Schöffengericht in Bad Hersfeld hatte verantworten müssen, geständig war.

Er wurde nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall und Bedrohung verurteilt. Die Bewährung könne widerrufen werden, wenn der verschuldete 30-Jährige ohne Berufsausbildung die Arbeitsauflage nicht erfüllt oder er erneut straffällig wird, ermahnte Richter Schnelle ihn, der außerdem darauf hingewiesen hatte, dass man „für so was auch mal in den Knast wandern könnte“. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. (Nadine Maaz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare