Gesundheitsreport der Barmer Ersatzkasse:

Rückenbeschwerden in der Region besonders verbreitet

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Ein häufiges Problem: Viele Kasseler ließen sich neben psychischen Erkrankungen auch häufig wegen Rückenleiden krankschreiben.

Hersfeld-Rotenburg. Rückenschmerzen und psychische Erkrankungen machten den Menschen in der Region besonders zu schaffen. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2018 der Barmer hervor.

Insgesamt ließen sie sich 2017 durchschnittlich 20 Tage lang krankschreiben. Die Zahlen veröffentlichte die Barmer Krankenkasse nun in ihrem Gesundheitsreport 2018. Mit 21,3 Fehltagen ist die Zahl der Fehltage im Werra-Meißner-Kreis besonders hoch.

Im Schwalm-Eder-Kreis waren es 19,1 Tage und im Landkreis Fulda 17 Tage. Ohnehin gibt es bei den Fehlzeiten ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Die Beschäftigen in Frankfurt kamen 2017 laut Gesundheitsreport auf nur 13,3 Fehltage. Auch in den anderen Kreisen schwankte die Zahl zwischen 13 und 16,9. In Nordhessen lag der Schnitt zwischen rund 19 und 21 Tagen.

Demnach fielen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im Schnitt fünf Fehltage wegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems an, wozu vor allem Rückenbeschwerden zählen.

Psychische Störungen wie Erschöpfung, Burnout oder Depressionen waren im Schnitt für etwas mehr als drei Fehltage verantwortlich.

Ebenfalls knapp drei Fehltage entfielen auf den Bereich der Atemwegserkrankungen.

Besonders häufig waren Busfahrer sowie Altenpfleger krankgeschrieben, mehr als 30 Tage fehlten Beschäftigte dieser Berufsgruppen im Durchschnitt.

Die Probleme dafür seien vielschichtig, sagt Thorsten Bauer, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Kassel: „Pfleger erleiden psychische Erkrankungen durch den Druck, der auf ihnen lastet.“ Es fehle an Personal, hinzu kämen die vielen Schicksalsschläge, mit denen Pfleger konfrontiert würden.

Ein weiterer Faktor sei die körperliche Arbeit. Pfleger müssten Patienten oft anheben oder umbetten, das belaste die Wirbelsäule, sagt Bauer. Ähnlich sehe es bei den Busfahrern aus. „Sie haben Druck, weil sie Zeit- und Fahrplan einhalten müssen.“ Außerdem hätten sie täglich mit unterschiedlichen Fahrgästen zu tun, und weil sie während ihrer Tätigkeit sitzen, leiden sie häufig unter Rückenschmerzen.

Hessenweit fehlten über 54 Prozent aller Beschäftigten mindestens einmal im Jahr 2017.

Allerdings gebe es den Mythos des „Blauen Montags“ nicht. Vielmehr seien der Mittwoch, der Donnerstag und insbesondere der Freitag die Tage, an denen die meisten Fehlzeiten verzeichnet wurden. Wann ein Arbeitgeber einen gelben Schein einreiche, hänge von den vertraglichen Regelungen und den Öffnungszeiten einer Arztpraxis ab. Wer an einem Mittwoch erkranke, könne je nach Arbeitgeber auch erst am Donnerstag oder Freitag den AU-Schein abgeben, so Barmer-Pressesprecherin Brigitte Schlöter.

Für den Gesundheitsreport wertete die Barmer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von rund 297 000 Erwerbspersonen aus.

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