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Geschlossene Hotels, Neueröffnungen und Warten auf Wedel-Prozess

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Von: Christine Zacharias

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Christine Zacharias, Autorin © Maaz, Nadine

Über ein weiteres Hotel, das seine Türen bald für immer schließen wird, schreibt Redakteurin Christine Zacharias in unserer Wochenend-Kolumne Zwischen den Zeilen.

Die Bilder vom Abriss der Martinsklause haben in Erinnerung gerufen, wie viele Hotels, Restaurants und Gaststätten in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Stadtbild von Bad Hersfeld verschwunden sind.

Das Parkhotel Rose, zum Beispiel, oder das Hotel Wenzel, das Wilde Wässerchen und viele andere Lokale. Auch in den anderen Städten und Gemeinden im Kreis haben zahlreiche Gaststätten und Hotels in den vergangenen Jahren geschlossen. Nun zeichnet sich für ein weiteres Hotel das Ende ab.

Das Stadthotel wird im Oktober nach dem Lullusfest seine Türen schließen. Heidrun und Ulrich Viering sind im Rentenalter und haben beschlossen aufzuhören. Einen Nachfolger haben die engagierten Gastronomen, die das Hotel mit viel Herzblut betrieben haben, nicht gefunden, bedauert Heidrun Viering.

Das Haus werde dann verkauft und abgerissen. An seiner Stelle soll eine Eigentumswohnanlage entstehen. Die Vierings wollen sich mit einem Festzugswagen im Lollsumzug von den Bad Hersfeldern verabschieden.

Bereits verabschiedet vom regulären Bewirtungsbetrieb hat sich das Alte Brauhaus in Bad Hersfeld. Das urige Lokal mit dem besonderen Ambiente steht nur noch für geschlossene Gesellschaften, für Familien-, Vereins- und Firmenfeiern zur Verfügung, teilt Achim Kniese auf Nachfrage mit.

Bad Hersfeld bekommt weiteres Bäckerei-Café

Doch auch eine Neueröffnung steht an. Das Bäckerei-Unternehmen „Guter Gerlach“ hat nach wie vor die Eröffnung seines neuen Cafés am Linggplatz im Haus Grebe im Blick. Bauverzögerungen in dem historischen Gebäude und Lieferenpässe hätten die Fertigstellung immer wieder behindert, doch nun stehe sie, so teilt Geschäftsführerin Nicole Gerlach mit, im Juli auf dem Plan. Einen genauen Termin will Gerlach aber nicht nennen.

Unübersehbar wächst zudem das neue Hotel an der Ecke Dippelstraße/Benno-Schilde-Straße in die Höhe. Dort entsteht als Projekt des VR-Bankvereins ein Hotel mit 96 Zimmern und 227 Betten, das von der B&B-Gruppe betrieben werden soll. Laut ursprünglichem Plan soll es bis zum Ende des Jahres fertig sein.

Allen Gastronomen, die Cafés, Restaurants, Kneipen und Hotels betreiben, kann man nur ein gutes Händchen und viele Gäste wünschen. Denn ein attraktives gastronomisches Angebot trägt ganz wesentlich dazu bei, dass sich Einheimische und Besucher in Bad Hersfeld und Umgebung wohlfühlen.

Ganz anderes Thema: Es geht um Dieter Wedel, den ehemaligen Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele. Ihm wird vorgeworfen, im Jahr 1996 die Schauspielerin Jany Tempel in einem Münchner Hotel vergewaltigt zu haben. Anfang März hat die Staatsanwaltschaft München I den inzwischen 82 Jahre alten Star-Regisseur deswegen angeklagt. Doch zu einer Gerichtsverhandlung ist es noch nicht gekommen.

Bild-Online hat nun diese Woche berichtet, dass die Schauspielerin, die seit über einem Jahr darauf wartet, ob die Klage vom Landgericht München I zugelassen wird, sich beim Bayerischen Justizminister Georg Eisenreich (CSU) und beim Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) deswegen beschwert. Andere Fälle, die zeitgleich publik geworden seien, seien längt verhandelt und erledigt, kritisiert Tempel.

Die Ungewissheit gehe massiv auf ihre Gesundheit. „Ich betrachte den Umgang mit mir als ‘Opfer’ inzwischen als psychische Körperverletzung“, teilte die Schauspielerin der Bild-Zeitung mit. Wedel war nach Bekanntwerden der Vorwürfe als Intendant zurückgetreten.

(Christine Zacharias)

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