Abwechslung für Senioren

Gemeinsam gegen einsam: Betreuungsgruppe „Zeit für Momente“ am Klinikum

Ein Grund zum Feiern: Die Betreuungsgruppe der häuslichen Krankenpflege am Klinikum Bad Hersfeld besteht seit zehn Jahren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer genießen die Gemeinschaft und stoßen mit alkoholfreiem Winterpunsch an. Foto: Christine Zacharias

Für Senioren gibt es seit zehn Jahren die Betreuungsgruppe „Zeit für Momente“ am Klinikum Bad Hersfeld.

Die Zahl der alten Menschen, die alleine zu Hause leben wächst. Und auch die Zahl derjenigen, die nicht mehr alleine zu Hause bleiben können, weil sie körperlich eingeschränkt sind, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, oder an Altersvergesslichkeit leiden. Für diese Senioren gibt es seit zehn Jahren die Betreuungsgruppe „Zeit für Momente“ am Klinikum Bad Hersfeld.

Einmal in der Woche kommen die Seniorinnen und Senioren für einen Nachmittag zusammen. Die Betreuerinnen Jutta Groß, Ulrike Mühlhausen, Elisabeth Apel und Tanja Kechter, die Leiterin der Gruppe, bereiten nicht nur ein attraktives Programm, je nach Anlass und Jahreszeit vor, sondern sorgen auch dafür, dass der Tisch schön gedeckt und der Raum geschmückt ist.

Die Senioren genießen das. Sie sind immer schon ganz gespannt, was sie erwartet und voll des Lobes, für die stimmungsvolle Dekoration. Diesmal wird das zehnjährige Bestehen der Gruppe gefeiert. Deshalb sind außer den üblichen Teilnehmern auch noch Gäste dabei, zum Beispiel Helma Schuster. die Leiterin der Häuslichen Krankenpflege des Klinikums, zu deren Aufgabenbereich die Betreuungsgruppe gehört. Sie freut sich, dass sich das Projekt Betreuungsgruppe so gut entwickelt hat und hält es für durchaus möglich, dass eine weitere Gruppe eingerichtet wird, wenn die Nachfrage steigt. Derzeit stehen zehn Plätze in der Gruppe zur Verfügung. Die vier Mitarbeiterinnen erhalten als Dank für ihr Engagement Blumensträuße.

Die Kunden, so werden die Teilnehmer genannt, werden meist von einem Taxi-Fahrdienst abgeholt und zum Klinikum gebracht, wo sie von den Mitarbeiterinnen herzlich und persönlich begrüßt werden. Nach dem Kaffeetrinken am schön gedeckten Tisch geht es dann ganz oft um Erinnerungen: Wie war das früher auf dem Lullusfest, wie wurden Ostern und Weihnachten gefeiert? Manchmal wird gemeinsam gekocht oder gebacken, dann kommt ein Therapiehund zu Besuch, der sich gerne streicheln lässt.

„Es ist richtig schön hier“, schwärmt Rosemarie Ellenberger. „Man kann sich gut unterhalten, und es ist so eine angenehme Atmosphäre.“ Viele der Teilnehmer kommen schon seit Jahren, man kennt und schätzt sich. „Das ist ein bisschen wie Familie hier“, sagt Tanja Kechter.

Nicht nur die Teilnehmer schätzen das Angebot der Betreuungsgruppe. Auch die pflegenden Angehörigen, die oft sehr stark angebunden sind, freuen sich, einen Nachmittag in der Woche zur freien Verfügung zu haben für eigene Erledigungen, Treffen mit Freunden oder auch mal einen Arzt- oder Friseurtermin. „Da kann ich einfach mal was für mich machen und habe frei“, freut sich Ingrid Bickel, die das Angebot der Betreuungsgruppe für ihre Mutter nutzt. Und die ist glücklich, in der Gruppe eine alte Freundin von früher wiedergetroffen zu haben.

Finanziert werden kann die Betreuungsgruppe über das Betreuungsgeld, das die Pflegeversicherung bezahlt. Das reicht für zwei Nachmittage inklusive Taxitransport, erläutert Helma Schuster.

Anmeldung und Informationen zur Betreuungsgruppe unter  06621/881050. zac

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