Porträt einer Malerin

Gabriele Schäfer: Die Leuchtkraft der Farben

Nominiert: Mit diesem Bild einer Besteigung des Elbrus im Kaukasus ist Gabriele Schäfer für den Kitz-Award nominiert.

Bad Hersfeld - Die Bad Hersfelder Malerin Gabriele Schäfer hat ihre Liebe zur Kunst zum Beruf gemacht. Ihre Bilder sind aktuell im Kapitelsaal ausgestellt.

Nominiert: Mit diesem Bild einer Besteigun g des Elbrus im Kaukasus ist Gabriele Schäfer für den Kitz-Award nominiert.

Die Seele der Natur will Gabriele Schäfer in ihren Bildern erfassen. Es geht ihr nicht darum, ein Motiv detailgetreu und wiedererkennbar abzubilden, sondern vielmehr die Atmosphäre und die Stimmung eines Ortes zu erfassen und vor allem das besondere Licht abzubilden.

Menschen erscheinen in ihren Bildern nur als kleine Figuren, als Bergsteiger oder Strandspaziergänger oder aber mit einzelnen Körperteilen, zum Beispiel den Füßen im Sand. Gabriele Schäfer will die Fantasie ihrer Betrachter anregen, nicht alles explizit zeigen. Schon früher, so erinnert sich Schäfer, habe sie auf ihren Urlaubsbildern meist menschenleere Landschaften fotografiert.

Gemalt und gezeichnet hat die Bad Hersfelderin allerdings schon immer gerne. Das sei ihr wohl in die Wiege gelegt worden, meint sie und erzählt, wie sie schon als Kind gemeinsam mit ihrem Vater am Tisch saß und zeichnete – Pferde, zum Beispiel.

Meereslandschaft mit Sonnenlicht.

Auch als Prüfungsfach im Abitur hatte Gabriele Schäfer Kunst gewählt. „Claude Monet und die Impressionisten“ war ihr Thema – besonders fasziniert war sie von Monets Umgang mit Licht und Farben.

Nach dem Abitur hätte Schäfer sich auch gut ein Kunststudium vorstellen können, doch sie folgte dem Wunsch der Eltern, erst mal etwas Vernünftiges zu lernen und studierte Medizin. Studium und anschließende Facharztausbildung als Chirurgin ließen ihr dann aber gar keine Zeit mehr für die Kunst.

Farbenfroh: Ein Schmetterling.

Die entdeckte sie erst wieder, als ihr das Leben Zwangspausen verordnete – nach einem Reitunfall und schließlich, als sie nach dem Tod ihres Vaters und anderen Schicksalsschlägen ihr Leben neu sortieren musste. „Das Malen tut mir unglaublich gut“, hat Gabriele Schäfer festgestellt.

„Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, sagt die Künstlerin und so malte sie nicht einfach nur zum Spaß, sondern besuchte Workshops bei internationalen Künstlern, von denen sie unschätzbare Tipps erhielt und ermutigt wurde, auch ungewöhnliche Materialien und Techniken auszuprobieren, Holzbeize, zum Beispiel, Sand und Erde oder Teer. Sehr schnell stellte sie auch fest, dass sie nur mit Farben höchster Qualität die Leuchtkraft erreichen kann, die sie für ihre Bilder möchte.

„Kunst muss nicht schwarz und grauselig sein“, ist Gabriele Schäfer überzeugt. „Man kann auch schön malen auf hohem technischen Niveau.“ Zudem lernte sie viel über die Vermarktung von Kunst, denn schließlich möchte sie viele Menschen erreichen und wünscht sich, dass sich ihre Kunst irgendwann selbst finanziert.

Inzwischen hat Gabriele Schäfer eine eigene Galerie eingerichtet, in der sie Interessenten nach Voranmeldung ihre Bilder zeigt und mehrmals im Jahr Events plant. Und sie ist glücklich, in diesem Jahr gleich an zwei Wunschorten ausstellen zu können: Im Kapitelsaal in Bad Hersfeld (noch bis zum 19. Mai) und in der Künstlerkolonie Ahrenshoop an der Ostsee (vom 25. Mai bis zum 3. Oktober). Von Dezember bis Ostern zeigt sie dann Berglandschaften in einer Galerie in St. Anton.

Stolz ist Gabriele Schäfer auch auf ihre Nominierung für den Kitz-Award 2019 und darauf, dass sie als Teilnehmerin für einen Meisterkurs bei Professorin Leiko Ikemura ausgewählt wurde. Das Thema: „Die Seele der Natur“.

Zur Person

Gabriele Schäfer stammt aus Bad Hersfeld und ist hier zur Schule gegangen. Nach dem Abitur studierte sie Humanmedizin und absolvierte eine Facharztausbildung im Bereich Chirurgie. Kunst studierte sie bei Bernd Zimmer und Professor Siegfried Anzinger. Seit 2017 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Im März 2019 eröffnete sie ihre eigene Galerie, die Sir-Henry-Gallery, in der Homberger Straße in Bad Hersfeld (Besuch nach Vereinbarung – www.sir-henry.gallery). Sie ist verheiratet mit Bürgermeister Thomas Fehling.

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