Klubs werden doppelt bestraft

Fußball: Vielen Vereinen im Landkreis fehlen Schiris

Hersfeld-Rotenburg. Im Kreis mangelt es an Fußball-Schiedsrichtern. Zwölf von insgesamt 39 ersten Mannschaften müssen Punktabzüge und Geldstrafen hinnehmen.

Klubs, die das sogenannte Schiedsrichter-Pflichtsoll nicht erfüllen, werden dafür belangt. Das geht aus den Statuten des Hessischen Fußball-Verbandes, Paragraf 24 a der Spielordnung, hervor.

Zwei Vereine – den SV Unterhaun und den ESV Ronshausen – trifft es am härtesten. Sie bekommen jeweils zwei Punkte abgezogen, während alle anderen Klubs am Saisonende einen Zähler einbüßen. Doch beide Fußball-A-Ligisten gehen jetzt mit gutem Beispiel voran und haben für den Schiedsrichter-Neulingslehrgang, der Mitte Februar in Bad Hersfeld-Heenes beginnt, zwei Mitglieder angemeldet.

Heiko Hummel, Vorsitzender des SV Unterhaun, sieht ein grundsätzliches Problem, das den Vereinen zu schaffen macht. „Es wird immer schwerer, junge Leute für das Schiedsrichterwesen zu gewinnen. Das ist nichts anderes, als wenn man als Verein nach Ehrenamtlichen sucht“, sagt er. Außerdem könnten junge Schiedsrichter ihre Laufbahn oftmals nicht fortsetzen, weil Studium und Beruf einen Wohnortwechsel oder aber zusätzliche Zeitanforderungen mit sich brächten. Zeitnah Ersatz zu finden, gestalte sich äußerst schwierig. So auch in Unterhaun.

148 Schiedsrichter sind in der Saison 2018/2019 im Kreis registriert – darunter mit Anna Maria Kirsch aus Heinebach und Petra Müller-Reusch aus Hohenroda auch zwei Frauen. „Die Schiedsrichter-Zahlen sind tendenziell eher rückläufig“, beklagt Kreisschiedsrichter-Obmann Rainer Heß aus Heringen. Etwa 15 Neulinge stoßen pro Jahr dazu, etwas mehr scheiden aus. Für den Neulingslehrgang im Februar liegen laut Heß elf Anmeldungen vor. 

Hintergrund: Punktabzüge und Geldstrafen

Die Anzahl der Schiedsrichter, die ein Verein stellen muss, richtet sich danach, wie viele Mannschaften sich inklusive Jugend- und Frauenteams im Spielbetrieb befinden. Das regelt Paragraf 24 a in der Spielordnung des Hessischen Fußball-Verbandes. Je mehr Mannschaften, desto mehr Unparteiische sind vonnöten. 

Wer also nicht genügend Schiedsrichter vorweisen kann, bekommt pro fehlendem Schiri einen Punkt Abzug plus Geldstrafe. Das steigert sich im Wiederholungsfall. Der Punktabzug betrifft immer die Mannschaft, die im Spielbetrieb am höchsten eingruppiert ist. Also zumeist die erste Seniorenmannschaft. (hex)

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