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Hersfelder Festspiele: Manuel Struffolino spielt Mosca in „Volpone“

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Von: Laura Hellwig

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Am Eichhof spielt er Mosca in „Volpone“: Manuel Struffolino, seit 20 Jahren Schauspieler.
Am Eichhof spielt er Mosca in „Volpone“: Manuel Struffolino, seit 20 Jahren Schauspieler. © Laura Hellwig

Er ist der pfiffige Diener Mosca, ein Meister der Intrige und doch ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck. Manuel Struffolino ist in „Volpone“ am Eichhof zu sehen.

Bad Hersfeld – Abends spät nach Hause zu kommen ist eine der Schattenseiten des Berufs von Manuel Struffolino. Der Schauspieler und Vater von zwei Kindern hat seit 2013 ein Festengagement am Theater Altenburg Gera und ist diesen Sommer als Mosca beziehungsweise Mücke in „Volpone“ zu sehen, dem Eichhofstück der Bad Hersfelder Festspiele.

Aber es gibt auch Vorteile am Schauspielern: „Morgens kann ich für die Kinder da sein, bringe sie in die Schule und in den Kindergarten“, so Struffolino. Danach gibt es Frühstück. Seit Jahren gibt es bei dem Halbitaliener Obst und Nüsse am Morgen. Und der Espresso darf auch nicht fehlen. Bei unserem Treffen an einem heißen Nachmittag entscheidet sich der 48-Jährige aber für eine erfrischende Limo.

Nur dank einiger glücklicher Zufälle ist es Struffolino möglich, bei den Festspielen dabei zu sein – gutes Timing und die Kooperation mit dem Theater Altenburg Gera machen es möglich. Dort hatten sich der Schauspieler und „Volpone“-Regisseurin Christine Bossert vor einiger Zeit kennengelernt. Bossert habe ihn für die Rolle am Eichhof direkt angesprochen, erzählt er. In der Festspielstadt lebt der Schauspieler einen völlig anderen Alltag als zuhause, wo das Leben natürlich in großen Teilen von den Kindern bestimmt werde. „Meine Frau hat gesagt, ich soll die Zeit hier genießen“, sagt er und lacht.

Volpone (Simon Mazouri, links) und Mosca (Manuel Struffolino) im kleinen Theater im Schloss Eichhof in Ben Jonsons „Volpone“.
Volpone (Simon Mazouri, links) und Mosca (Manuel Struffolino) im kleinen Theater im Schloss Eichhof in Ben Jonsons „Volpone“. © Steffen Sennewald

Bevor die Vorstellung am Eichhof beginnt, ist Struffolino der Erste in der Maske. Dadurch habe er genug Zeit, um sich auf den Auftritt vorzubereiten. Hier hat der Schauspieler über die Jahre ein Training entwickelt, mit dem er sich für jede Vorstellung vorbereitet. Dieses bestehe zum Beispiel aus Yoga-Elementen und gängigen Aufwärmübungen für die Stimme.

„Ich versuche immer unvoreingenommen in die Proben zu gehen“, so der 48-Jährige. Auch warte er ab, bis klar wird, was die Regie in der Rolle sieht und wie sie sich im Stück entwickelt. „Bei Mosca war die Grundidee zur Figur bei allen recht ähnlich“, erinnert sich Struffolino an den Probenbeginn.

Da Volpone keine oberflächliche, sondern eher zeitkritische Komödie ist, mache das auch Mosca zu einer spannenden Figur. Auf die Frage, wie viel von Manuel Struffolino in der Figur Mosca stecke, sagt der Schauspieler: „Jede Figur, die ich spiele, hat auch etwas mit mir zu tun. Es sind mein Körper, meine Stimme und mein Gefühl. Ich muss immer etwas in mir finden, um emotional an die Figur andocken zu können. Deshalb bin ich immer Teil der Figur.“

Abgesehen davon gebe es natürlich die offensichtliche Parallele des Italienischen – mit dem Unterschied, dass Mosca in Venedig lebt und Struffolinos Vater aus Neapel stammt. Struffolinos Italienisch sei deshalb „eine Mischung aus Neapolitanisch, Dorf-Dialekt von meinem Vater und Hochitalienisch aus der Schule“.

Ein Lieblingsstück hat der 48-Jährige, der über Umwege zur Schauspielerei gekommen ist, nicht. „Das ist immer abhängig von der jeweiligen Inszenierung“, sagt Struffolino. Er selbst habe schon viele tolle Rollen gespielt, wie er sagt, „Hedwig and the Angry Inch“ sei aber „ein totales Herzensprojekt“ für den Schauspieler. (Laura Hellwig)

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