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Fronleichnam: Messfeier und Prozession in Bad Hersfeld

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Fronleichnams-Prozession: Von der Ruine zogen die Gläubigen zum Lullusbrunnen vor dem Rathaus, aus dem die Kommunionskinder schöpfen durften.
Fronleichnams-Prozession: Von der Ruine zogen die Gläubigen zum Lullusbrunnen vor dem Rathaus, aus dem die Kommunionskinder schöpfen durften. Weitere Bilder im Internet. © Wilfried Apel

Nach der Corona-Zwangspause haben am Donnerstag viele Katholiken in Bad Hersfeld an einer Messfeier in der Stiftsruine und einer Prozession zum Fronleichnamstag teilgenommen.

Bad Hersfeld – Für katholische Christen ist das mit einer Prozession begangene Hochfest Fronleichnam, bei dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird, Herzensangelegenheit. Von daher verwundert es nicht, dass sich nach langer Corona-Pause in Bad Hersfeld, Heringen und Bebra eine große Zahl von Menschen zusammenfand, um in einer auch für „die kranke Kirche“ nicht gerade einfachen Zeit den eigenen Glauben zu bezeugen und sich als Teil des wandelnden Gottesvolkes zu zeigen, dessen Mitte Jesus Christus, das „Brot des Lebens“, ist.

Im nach wie vor wichtigsten Teil des Festes, der Heiligen Messe, die in der Stiftsruine auf der mit einem blumengeschmückten Altar ausgestatteten Festspielbühne zelebriert wurde – sinnigerweise unter der großen Glocke aus dem Bühnenbild des Festspiel-Stücks „Der Glöckner von Notre Dame“ – bezeichnete es Monsignore Bernhard Schiller als ein Wunder, dass man sich mit Gott zusammen in der Stadt des Lullus, Wigbert und Witta treffen und einen Neubeginn in der Öffentlichkeit wagen könne: „Jesus Christus, du sagst einem jeden von uns: Steh auf und iss!“

Pastoralreferent Dr. Martin Nitsche beleuchtete die Lebensgeschichte des Propheten Elia, der sich immer wieder für Gott eingesetzt und Zeugnis abgelegt habe. Mit Elia als Vorbild vor Augen gehe von Fronleichnam eine „Stärkung für uns und unseren Glauben“ aus: „Wenn wir unseren kleinen Himmel ein kleines Stück durch die Stadt tragen, kann uns das neu auf- und ausrichten – zum Himmel hin“, betonte der Geistliche. Noch deutlicher formulierte es Monsignore Bernhard Schiller: „Reihen wir uns ein in den großen Zug der Glaubenden, denn wie heißt es in „Der Glöckner von Notre Dame“: „Wenn Zuschauen alles ist, was du tust, dann wird das Leben ohne dich vorüberziehen!“

Nach der Bereitung und Austeilung der Gaben und dem Heilig-Lied versammelte sich die Gemeinde im Stiftsbezirk, um die von Monsignore Schiller getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten auf dem mit Blumen bestreuten Prozessionsweg mit Gebet und Gesang zu begleiten. Wie es Brauch ist, wurde sie von einem Stoffbaldachin, dem sogenannten Himmel, beschirmt. Einzige weitere Station war der Rathausplatz mit dem Lullusbrunnen, aus dem die Kommunionskinder schöpfen durften. Für sie und alle anderen baten Monsignore Schiller und die weiteren Zelebranten vor dem Auseinandergehen in vielfältiger Weise um den Heiligen Geist: „Sonst bleiben wir geistlos auf der Strecke!“

Musikalisch umrahmt wurden Messe und Prozession vom Posaunenchor Asbach und vom Chor des Pastoralverbunds, der von Dr. Martin Nitsche dirigiert wurde. (Wilfried Apel)

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