Offener Brief der Fraueninitiative Hersfeld-Rotenburg

Die Frauenbeauftragte soll abgesichert werden

Ute Boersch, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.
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Ute Boersch, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Die Fraueninitiative Hersfeld-Rotenburg fordert in einem offenen Brief, dass die Stelle einer Frauenbeauftragten für den Landkreis in ihrer bisherigen Form abgesichert wird.

Damit reagiert die Initiative auf die Nachricht, dass die Stelle der internen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, die sich um Gleichstellung innerhalb des Landratsamtes kümmert, turnusgemäß neu ausgeschrieben werden soll, anstatt die Möglichkeit zu nutzen, die bisherige Stelleninhaberin für weitere sechs Jahre zu beauftragen. Die Aufgaben der externen Frauenbeauftragten sollen auf die hauptamtliche Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz übertragen werden.

„Eine gute Gleichstellungspolitik trägt zu attraktiven und wettbewerbsfähigen ländlichen Räumen bei, erhöht die Lebensqualität und setzt dem demografischen Wandel etwas entgegen“, heißt es in dem Schreiben der Initiative, die sich aus Frauen verschiedener Organisationen und Einzelpersonen zusammensetzt.

Die Frauenbeauftragte sei Ansprechpartnerin in Fragen der Gleichbehandlung, plane und moderiere den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt, kümmere sich um Prävention durch Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungsangebote und unterstütze soziale Einrichtungen. Sie arbeit zudem in überregionalen Gremien und Arbeitsgruppen mit.

„Noch immer werden Frauen in fast allen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt“, stellt die Fraueninitiative fest. Arbeitsfelder, die von Frauen besetzt seien, würden häufig schlechter bezahlt, sie hätten weniger Chancen auf Führungspositionen und leisteten einen großen Teil der unbezahlten Arbeit im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen.

Frauen seien massiv von Gewalt bedroht, doch es fehle an einer ausreichenden Zahl von Plätzen in Frauenhäuser sowie an einer gesicherten Finanzierung.

„Wir fordern, dass das Frauenbüro weiterhin mit einer kompetenten und engagierten Frauenbeauftragten besetzt wird, die das Vertrauen von Frauen und Organisationen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg besitzt. Dazu erscheint eine volle Stelle sinnvoll“, heißt es in dem offenen Brief der Initiative. Er ist zahlreichen Organisationen mit der Bitte um Unterstützung durch Unterschrift zugegangen. zac  

Auch die Frauen-Union Meldete sich zu diesem Thema zu Wort.

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