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BMW-Fahrerin rast mit 80 km/h zu schnell durch Baustelle

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Von: Laura Hellwig

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Erlaubt waren 80 km/h, eine Frau fuhr fast das Doppelte: Ihre Fahrt auf der A4 zwischen Bad Hersfeld und dem Kirchheimer Dreieck wird nun richtig teuer.

Hersfeld-Rotenburg – Einen neuen „Geschwindigkeitsrekord“ dokumentierte die Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld am vergangenen Sonntag. Bei erlaubten 80 km/h war eine Autofahrerin aus dem Berliner Land mit ihrem BMW viel zu schnell unterwegs – nach Abzug der Toleranz ergab sich eine Geschwindigkeit von 159 km/h. Die Frau fuhr 79 km/h zu schnell, und das in einem engen Baustellenbereich mit zwei Fahrspuren.

Als Folge der Raserei wird auf die Autofahrerin ein Bußgeld in Höhe von 700 Euro, ein dreimonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg zukommen. Schlimmer zu bewerten sind jedoch die potentiellen Folgen eines Verkehrsunfalls mit einer derartigen Geschwindigkeitsüberschreitung, warnt die Polizei in einer Pressemitteilung.

Raserin auf A4 bei Bad Hersfeld: Bremsweg mehr als verdreifacht

Der Bremsweg verlängert sich bei doppelter Geschwindigkeit um das Vierfache. Inklusive der Reaktionszeit ergibt sich bei 80 km/h ein Anhalteweg von circa 90 Metern. Im Gegensatz dazu beträgt der Anhalteweg bei circa 160 km/h etwa 300 Meter. Diese Zahlen zeigen, wie schwierig es für Autofahrer werden kann, in einer plötzlichen Gefahrensituation rechtzeitig zu bremsen oder auszuweichen.

Der errechnete Bremsweg der Raserin von der A4 bei Bad Hersfeld verlängerte sich von 90 auf 300 Meter. (Symbolbild)
Der errechnete Bremsweg der Raserin von der A4 bei Bad Hersfeld verlängerte sich von 90 auf 300 Meter. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf osthessischen Straßen 316 Verkehrsunfälle mit getöteten oder schwerverletzten Personen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Die Anzahl dieser Unfälle sei laut Polizei damit im Vergleich zum Vorjahr um 23 gesunken, was den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre bedeute. Dennoch bleibe zu schnelles Fahren die Hauptursache für Verkehrsunfälle mit Personenschaden.

Die osthessische Polizei legt daher nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung dieser Unfallursache. Unter anderem wird dazu seit mehreren Jahren ein mobiler Geschwindigkeitsmessanhänger eingesetzt.

Blitzer auf A4 zwischen Bad Hersfeld und Kirchheimer Dreieck

Das Messgerät steht derzeit auf der A4 – im Bereich einer Baustelle zwischen dem Kirchheimer Dreieck und der Anschlussstelle Bad Hersfeld, wo auch die Raserin aus dem Berliner Land geblitzt wurde. In den vergangenen beiden Wochen fuhren rund 192 900 Fahrzeuge an dem Messanhänger auf der A4 vorbei.

In 1567 Fällen – das ist nahezu jedes hundertste Fahrzeug – waren die Fahrer im Baustellenbereich zu schnell unterwegs. Diese Ergebnisse würden laut Polizei die Wichtigkeit von Geschwindigkeitsüberwachung aufzeigen. Um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, werde die osthessische Polizei ihre Arbeit in diesem Bereich auch weiterhin fortführen, heißt es abschließend. (red/lah)

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